Nazidemonstration in Stralsund

Nachdem am 16.07. bereits die Nationalen Sozialisten Waren „Gemeinsam gegen linke Gewalt“ auf die Straße gingen, wollen nun die Stralsunder Neonazis nachziehen. Am 24.09. will sich die Anti-Antifa der Hansestadt „Freiheit erkämpfen“ – was auch immer dies bedeutet.

Eines ist jedoch sicher, sie werden nicht marschieren ohne auf Gegenwehr zu stoßen. Auch aus Greifswald wird es deswegen eine gemeinsame Zuganreise geben, um sich örtlichen Protesten anzuschließen.

Treffpunkt: 24.09.16 | 13.20 Uhr (Abfahrt) | Hauptbahnhof Greifswald

Schließt euch an, um den Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern erneut vor Augen zu halten, dass es weder für sie und ihre menschenverachtende Ideologie, noch für ihre Versuche politische Gegner_innen einzuschüchtern hier Platz gibt.

Zusammenhalten gegen den Rechtsruck!

Weitere Informationen zum Geschehen am Tag selbst folgen.

Breite Proteste gegen den faschistischen „Trauermarsch“ am 8.Mai in Demmin

400 Menschen folgten dem Aufruf der antifaschistischen Bündnisse nach Demmin zum „Tag der Befreiung“ gegen den geschichtsrevisionistischen Aufmarsch der NPD.

Zusammen mit diversen Mahnwachen und der Bündnisdemo von Demmin nazifrei standen gestern Nachmittag 800 Menschen auf vielfältige Weise für eine Gesellschaft ohne Rassismus und Nationalismus ein.

Seit neun Jahren halten die Neonazis in Demmin einen „Trauermarsch“ für die Demminer*innen ab, die sich am Ende des zweiten Weltkriegs das Leben nahmen und deuten so deutsche Kriegsschuld und Massenvernichtung zu einem Gedenken an die deutschen Opfer durch die Alliierten um.Bei sonnigem Wetter ging die antifaschistische Demo mit leichter Verspätung am Bahnhof los und zog lautstark durch die Demminer Innenstadt. Am Rande der Demo verfolgten die Anwohner_innen interessiert aus ihren Fenstern geschichtliche und aktuelle Redebeiträge. So wurde u.a. die Nähe neurechter Bewegungen wie der AfD zur NPD thematisiert und ein solidarischer Umgang mit Geflüchteten gefordert.

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Am Sonntag auf nach Demmin

08.05.2016 in Demmin!
Nicht Lange Fackeln!
Geschichtsverdrehung und Menschenverachtung entgegentreten!

Der 08.Mai 2016 ist der 71. Jahrestag der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands, Jahrestag der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus sowie Endes des durch Deutschland ausgelösten 2. Weltkrieges. Auch in diesem Jahr werden Neonazis in der vorpommerschen Kleinstadt Demmin einen Fackelmarsch durchführen. Dieser soll an die deutschen Opfer, die in den Tagen der Befreiung durch die Rote Armee in Demmin zu beklagen waren, erinnern. Dabei werden, wie jedes Jahr, die Ursachen für den Tod dieser Menschen ausgeblendet: Die Angriffskriege Deutschlands auf seine Nachbarn und ganz Europa sowie die Vernichtungspolitik gegen alle, die von den Nationalsozialisten zu „Untermenschen“ erklärt wurden. So wird lediglich ein Ausschnitt dieses Krieges, der Einmarsch der alliierten Streitkräfte und die anschließende Kapitulation Deutschlands, betrachtet und unter völliger Missachtung sämtlicher Hintergründe die zu dieser Situation führten, Deutschland zum Opfer des Krieges umgedeutet.

Auch am 8. Mai 2016 werden die marschierenden Neonazis sich nicht entblöden, das Leid der deutschen Bevölkerung und die Vertreibung aus den Ostgebieten als Konsequenz des Krieges anzuprangern. Sie weisen damit auf die große Anzahl deutscher Flüchtlinge hin, die das Ende des 2. Weltkrieges mit sich brachte. Gleichzeitig hetzen die gleichen Leute derzeit permanent gegen geflüchtete Menschen aus aller Welt, die in Europa und Deutschland vor Krieg und Elend Schutz suchen. In diesem Verhalten zeigt sich, dass ihnen Leid und Vertreibung vollkommen egal sind, solange es nicht Deutsche trifft. Wer jedoch wirklich gegen Krieg und seine Folgen eintreten will, der muss solidarisch mit allen sein, die davon betroffen sind, egal woher sie kommen, und Möglichkeiten der Zuflucht schaffen. Die Europäische Union hebt sich mit ihrer menschenverachtenden Abschottungspolitik derzeit nicht wirklich von rechtsradikalen Forderungen ab.
Wir werden am 8. Mai in Demmin auch dafür auf die Straße gehen, den alles nur verschlimmernden, menschenverachtenden Denkmustern, die derzeit Europa zu bestimmen scheinen und an diesem Tag zur Schau getragen werden sollen, eine wirkliche Alternative entgegenzusetzen: Das solidarische Handeln mit allen Menschen weltweit, die von Ausbeutung, Krieg, Hunger etc. betroffen sind.

Kommt daher mit uns am 8. Mai nach Demmin und zeigt euren Protest gegen Geschichtsverdrehung und die wahren Ursachen von Krieg und Vertreibung: menschenfeindliche Einstellungen, Nationalismus und Rassismus.

Nicht lange Fackeln!
Solidarität leben!
Nazis und RassistInnen stoppen!

100 Menschen für Klassenkampf statt Rassismus

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„Hoch die internationale Solidarität“ hallte es am Samstag durch die Straßen Greifswalds. Etwa 100 Menschen folgten dem Aufruf der Antifa Defiant Greifswald und zogen am Vortag des internationalen Kampftages der Arbeiter_innenklasse durch die Hansestadt.
Der von der Polizei nur spärlich begleitete Demonstrationszug startete am Nexöplatz und führte dann nach Schönwalde I. Im Herzen des Viertels wurden mehrere Redebeiträge etwa zur Geschichte des 1. Mai und zur Situation von Frauen oder Jugendlichen im Kapitalismus gehalten. Die Reaktionen der Anwohner_innen fielen gemischt aus. Einige echauffierten sich über die roten Fahnen und pöbelten am Rande, viele nahmen die zahlreich verteilten Flyer interessiert entgegen, manche zeigten ihre Sympathie für die Sache der Demonstrierenden.

Nach der Zwischenkundgebung passierte der Aufzug Schönwalde II und endete dort am Quartiersbüro mit einem Redebeitrag zur Stadtaufwertung, deren Folgen und dem Widerstand dagegen.
Von den Demonstrant_innen, wie auch vom Lautsprecherwagen, wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass der Widerstand gegen den Kapitalismus und seine Folgen nicht durch Rassismus und Nationalismus, sondern nur durch die Einigkeit der Unterdrückten, Ausgebeuteten und Abgehängten in der ganzen Welt wirksam werden kann. Gezielt wurde auch die Lage von arbeitslosen und geringfügig beschäftigten Menschen im Viertel thematisiert, da durch Verdrängungsprozesse in der Stadtentwicklung zahlreiche Menschen, denen dieses Los zu teil wurde, in Schönwalde leben.
Besonderes Gewicht kommt dieser Demonstration zu, weil der Stadtteil seit Monaten von Neonazis und Rassist_innen heimgesucht wird, die bei Aufmärschen immer wieder gegen Geflüchtete hetzen und diese für die Symptome des Kapitalismus verantwortlich machen. Während der Demonstration wurden dann auch Unmengen an rechter Propaganda entfernt.

Die Demonstration hat zahlreiche Menschen erreicht, anstatt zu verschrecken. Viele konnten in ihrer persönlichen Lebensrealität angesprochen werden. Über Auftreten, Transparente, Ansagen und Parolen konnten Klassenstandpunkte vermittelt werden, die in Redebeiträgen und Flyertexten vertieft wurden. Zudem ist es gelungen anlässlich des 1. Mai eigene Inhalte in Mecklenburg-Vorpommern auf die Straße zu tragen, unabhängig von Neonaziaktivitäten. Insofern ist die Demonstration als erfolgreich zu bewerten. Einziger Wehrmutstropfen ist die steigerbare Teilnehmer_innenzahl.

Am Montag auf zur Demonstration nach Schönwalde

Damals wie heute – Rassismus tötet!

Auch im neuen Jahr scheint Greifswald nicht verschont zu bleiben von rassistischen Kundgebungen und Demonstrationen durch besorgte Patrioten, kruden DDR-Fanatikern und rassistischen Hetzern; kurz „FFDG“ und „Greifswald wehrt sich“. Für den 11.01. haben sie ihre erste Veranstaltung „gegen die aktuelle Politik in diesem Land“ angekündigt. Sie selbst stellen sich in eine Reihe mit PEGIDA und fordern nicht weniger entschlossen dazu auf Deutschland zu verlassen, sofern sich viel beschworene Vaterlandsliebe einfach nicht einstellen will. Wie lächerlich die wöchentlichen Abendspaziergänge auch anmuten, die verbreitete rechte Hetze zeigt Wirkung. Die Beratungsstelle für Betroffene Rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern, LOBBI, hat für die vergangenen Monate eine massive Zunahme rechter Gewalttaten festgestellt. Waren im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres bereits zwei Drittel der Angriffe rassistisch motiviert, so sind es seit Juli fast 90 Prozent der registrierten Attacken. Rassistische Hetze im Internet, Flugblätter, Brand- und Buttersäureangriffe auf geplante Flüchtlingsunterkünfte, sowie die erst kürzlich geschehene Messerattacke auf einen 18-jährigen Linken-Politiker sind weitere Ergebnisse der geistigen Brandstiftung montäglicher Rassisten-Aufmärsche.

Rechtem Terror entgegentreten!

Diese gesellschaftliche Entwicklung ist besorgniserregend. Es ist unerträglich, wenn Rassisten und Nazis den öffentlichen Raum einnehmen und ihre menschenverachtende Hetze verbreiten können. Unsere Antwort darauf kann nur sein, diese Bewegung abzulehnen und gegen sie aktiv zu werden. Rassismus darf kein Normalzustand sein. Eine Beantwortung sozialer Fragen mittels nationalistischer und rassistischer Argumente darf nicht geduldet werden!
Schließt euch am 11.01. unserer Demonstration an, denn es ist notwendig, dass wir auf der Straße zeigen, für welche Gesellschaft wir einstehen. Für eine Gesellschaft, die Menschenwürde an erste Stelle setzt. Für eine Gesellschaft, die Empathie als wertvolles Gut ansieht. Und für eine Gesellschaft, die sich rechter Hetze konsequent entgegenstellt.

Kommt am 11.01.2016 zur antifaschistischen Demonstration. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am Studentenclub „Kiste“.

Kein Bock auf Nazis

Zum Umgang mit Nazis auf Veranstaltungen

Anfang Juni begrüßte Greifswald Prof. Dr. Lann Hornscheid (HU Berlin) zu einem Vortrag über die Vision einer diskriminierungsfreien Sprache. Statt jedoch neueste Sprachveränderungsvorschläge diskutieren zu können, sahen sich einzelne BesucherInnen genötigt die Veranstaltung frühzeitig zu verlassen, da es offensichtlich nicht im Interesse der VeranstalterInnen schien einen bekennenden Burschenschafter und Neonazi aus selbiger zu entfernen. Ein derartiger Umgang mit Nazi-Aktivisten stößt bei uns auf Unverständnis und soll Anlass für folgenden Text sein.
Immer wieder nutzen Neonazis Vorträge, Workshops – diverse Veranstaltungsformate linken und emanzipatorischen Charakters – um Informationen über politische GegnerInnen zu sammeln. Personen die von ihnen als Feindbilder ausgemacht werden, werden anschließend verfolgt, fotografiert, ausspioniert und nicht selten kommt bzw. kam es in der Vergangenheit auch in Greifswald zu gewaltätigen Übergriffen durch Neonazis! Durch die Duldung extrem rechter Personen durch die VeranstalterInnen entsteht also eine unnötige Bedrohungssituation, Menschen werden eingeschränkt und bedrängt.
Weiterhin dienen diese „Besuche“ der so genannten „Wortergreifungsstrategie“ der NS-Szene. Diese propagierte der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt eigens in seiner Rede zum Bundesparteitag 2004: „Drängen wir ihnen unsere Gedanken auf, ja zwingen wir sie dazu, sich mit uns, unseren Forderungen und Zielsetzungen zu beschäftigen.“ Nach außen wird dieses Vorgehen als gewöhnliche Teilnahme am demokratischen Meinungsbildungsprozess verkauft. Es sollte jedoch auf der Hand liegen, dass den menschenverachtenden und der Meinungsfreiheit grundsätzlich feindlich gesonnenen Positionen von Neonazis kein Forum zu bieten ist.
Wir möchten an dieser Stelle Veranstalter_innen dafür sensibilisieren, bereits am Eingang darauf zu achten, dass sich keine Neonazis unter das Publikum mischen. Wenn dies in der Veranstaltungsankündigung eindeutig formuliert ist, ist es einfach: ohne Probleme sind sie des Veranstaltungsortes zu verweisen.

 Wer kein Bock auf Nazis hat, sollte auch danach handeln!

Demonstration der Refugees aus Güstrow

Aufruf zur solidarischen Teilnahme

In den vergangen Monaten ist es in der mecklenburgischen Kleinstadt Güstrow immer wieder zu rassistischen Anfeindungen, Kundgebungen und Demonstrationen gekommen. Federführend wirkte dabei der NPD-Kreistagsabgeordnete Nils Matischent. Nachdem die örtlichen Kameraden bereits im Herbst 2014 mit immer den gleichen Kundgebungen geistige Brandstiftung betrieben haben und zu einer Demonstration am 18. Oktober 2014 etwa 100 Rassist*innen mobilisieren konnten, plante der regionale Ableger von „PEGIDA“, damals noch „ROGIDA“, einen Aufmarsch Anfang Dezember. Dieser erste Versuch war ein Desaster. Unzurechnungsfähige Neonazis verschreckten angereiste rassistische Bürger*innen. Was in Güstrow begann, konnte sich später in Stralsund und Schwerin als „MVGIDA“ konsolidieren und dabei zeitweise Mobilisierungserfolge erzielen. Für die Güstrower Schlägerbande um Matischent und etliche weitere Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern eine willkommene Gelegenheit sich den gemeinen, bürgerlichen Rassist*innen anzubiedern.
Während „MVGIDA“ nach und nach an Fahrt verlor, wurde in Güstrow unablässig weiter gehetzt. Müßig wäre es, all die kleinen Kundgebungen aufzuzählen, zu erwähnen ist aber die Demonstration vom 21. März 2015, welche erneut über 100 rassistisch motivierte Menschen auf die Straße brachte und sich unter allseits bekannten neonazistischen Parolen durch die Stadt wälzte.
Gleichzeitig versuchten Matischent und Kameraden eine rassistische Bürgerwehr zu etablieren, rotteten sich zusammen und zogen an verschiedenen Abenden bewaffnet durch die Straßen. An diese Erfolge anknüpfend, probte „MVGIDA“ einen Monat später ein letztes Aufbäumen und kehrte in die Barlachstadt zurück. Dort zerbrach die Bewegung jedoch am Widerstand eines Bündnisses aus verschiedenen Akteuren, die geeint waren durch das Ziel, sich mit den Betroffenen der rassistischen und neonazistischen Mobilmachung zu solidarisieren. „MVGIDA“ hat danach nur noch einen letzten Auftritt in Schwerin und auch um die Neonazis in Güstrow ist es ruhig geworden. Durch couragiertes Handeln, langen Atem und wiederkehrende Intervention ist es gelungen, den rassistischen Umtrieben Grenzen zu setzen. Dies darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Probleme nicht gebannt sind. Eine Eindämmung bedeutet keine Lösung und die Rassist*innen sind genauso gefährlich wie zuvor.

Daher ist es umso mehr zu begrüßen, dass die Betroffenen der rassistischen Stimmungsmache und Gewalt sich nun selbst zu Wort melden und auf ihre Belange aufmerksam machen. Am 30. Mai 2015 rufen Geflüchtete aus den Unterkünften in Güstrow zu einer Kundgebung um 13.30 Uhr am Rathaus in Güstrow auf. Anschließend wird es eine Demonstration bis zur Asylsuchendenunterkunft in der Südstadt geben. Dort erwartet die Teilnehmenden der Demonstration und alle weiteren Interessierten ein Infonachmittag. Ziel der Aktionen ist es, auf die Situation geflüchteter Menschen in Güstrow aufmerksam zu machen und einen Austausch zwischen den Asylsuchenden und der weißen Mehrheitsgesellschaft anzustoßen.

Wir rufen hier als AntirassistInnen und AntifaschistInnen dazu auf, nach Güstrow zu fahren und die von Rassismus Betroffenen zu unterstützen. Das Bewusstsein, einer privilegierten, weißen Mehrheitsgesellschaft anzugehören, muss den Anspruch zur Folge haben, diese Privilegien zu hinterfragen und gleichzeitig zu nutzen, um denjenigen zur Seite zu stehen, die im kapitalistischen System als erstes durch die Maschen des sogenannten sozialen Netzes fallen.
Es ist wichtig, sich den Aufbegehrenden solidarisch zur Seite zu stellen. Die, durch das kapitalistische System verursachten, sozialen Risse können nicht durch Nationalismus und Rassismus geschlossen werden. Eine Beantwortung sozialer Fragen mit nationaler und rassistischer Argumentation darf nicht geduldet werden! Die einzige Antwort kann die Solidarität sein.
Lasst uns gemeinsam zur Demo der Refugees fahren und unsere Solidarität auf die Straße tragen.
Lasst uns aber auch in der Praxis solidarisch handeln. Nutzt die Angebote der Geflüchteten, euch zu informieren, redet mit den Menschen, vernetzt euch und haltet Ausschau nach Möglichkeiten die Leute sinnvoll zu unterstützen.

30.05.2015 | 13.30 Uhr | Rathaus Güstrow