BlackLivesMatter

Black Lives Matter

Nachdem Stralsund und Rostock bereits am vergangenen Wochenende zu Aktionen unter der Überschrift BLACK LIVES MATTER aufgerufen haben, reiht sich jetzt auch Greifswald ein.
Wir wollen am Freitag (12.06.) um 19 Uhr auf dem Greifswalder Marktplatz ein Zeichen der Solidarität setzen und dieses als Foto festhalten.
Seid dabei, tragt schwarz wenn ihr wollt und legt euch mit uns für 8:46 Minuten auf den Boden.
Erinnern wir gemeinsam an George Floyd und alle anderen Opfer rassistischer Gewalt überall auf der Welt, zeigen wir uns solidarisch mit den Betroffenen und werden wir vor allem nicht müde gegen Rassismus einzustehen – immer und überall!

Foto: MigraNet-MV

Wir woll’n euch tanzen sehen

Beat für die Beine und ne Message für den Verstand

Freitag steht also der Tag der Befreiung ins Haus. Und da wir alle jetzt schon ganz schön lange in unseren vier Wänden sitzen und Partys und Konzerte höchstens noch streamen können, halten wir diesen Tag für perfekt. Perfekt um eine dicke Party mit euch zu feiern – mit ausreichend Abstand und dafür umso lauterer Musik! Wir würden uns freuen, euch alle auch in diesem Jahr ab circa 17 Uhr in Demmin zu sehen.
Da ja zur Zeit nicht so viele Leute in ein Auto gehen, hier noch zwei Verbindungen für öffentliche Verkehrsmittel: Zug um 15:21 Uhr | Bus um 16:20 Uhr

Wir schreiben sie weiter!

Was für ein Tag! Vielen Dank an alle! Mit euch (250 Teilnehmer_innen) war es uns möglich unsere Inhalte gestern trotz widriger Umstände kraftvoll auf die Straße zu tragen. Natürlich heißt es auch jetzt: weiterkämpfen. Lasst die gewonnene Energie nicht einfach so verpuffen.

In diesem Sinne: Kampf dem Kapital, jetzt und für immer!
Für mehr Solidarität gegen Faschismus!


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Wir hatten es versprochen!

Neue Infos zum 01. Mai 2020

Wer am 01. Mai gern mit 149 weiteren Menschen auf die Straße gehen möchte, ist herzlich nach Greifswald eingeladen. Unter dem Motto Es gibt keine Ende der Geschichte werden wir mit ausreichend Abstand zwischen den Demoteilnehmer_innen und mit vorschriftsmäßiger Vermummung um 15.00 Uhr am Südbahnhof starten.
Für all diejenigen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen leider nicht dabei sein können, wird es einen Livestream geben (Infos folgen). Den kann man in den eigenen vier Wänden, draußen oder auch bei offenem Fenster gemeinsam mit den Nachbar_innen hören.

Heraus zum 1. Mai!
Für ein solidarisches Jahrzehnt!

weitere Infos außerdem unter:
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Der 8. Mai bleibt antifaschistisch!

„Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten.“ – dieser Forderung Esther Bejaranos wollten wir mehr als gern nachkommen und auch 2020 gemeinsam mit hunderten Menschen auf den Straßen feiern; und zwar auf den Straßen Demmins.

Warum ausgerechnet in Demmin?

Mit dem Auto nur eine dreiviertel Stunde von Greifswald entfernt, liegt die ehemalige Kreisstadt mit ihren ca. 11 500 Einwohner_innen. Jugendliche, die auf Stadtfesten von Neonazis attackiert werden, das Zeltlager der mittlerweile verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend direkt um die Ecke, Schändungen des jüdischen Friedhofs und ein, lange Zeit unwidersprochener, jährlicher neonazistischer „Trauermarsch“ das ist nur ein kleiner Einblick in die Realität, die Demmin lange Zeit bot. Letzteres ist als Event von großer Bedeutung für die vorpommersche Neonaziszene. Seit Jahrzehnten nutzen sie den Tag um geschichtsrevisionistisch die Befreiung vom Faschismus als „Unterjochung der deutschen Volksgemeinschaft“ umzudeuten und instrumentalisieren dafür jene, die angetrieben von antisowjetischer Propaganda den Freitod wählten, als die Rote Armee nach Demmin vorrückte. Geschehnisse und deutsche Verbrechen von vor 1945 werden dabei völlig außer Acht gelassen und historisch belegte Opferzahlen (500 Tötungsdelikte unter Angehörigen bzw. Selbsttötungen in der Zeit vom 30.04. 03.05.1945) von Jahr zu Jahr erhöht. Die dabei konsequente Terminierung des Fackelmarsches auf den 08. Mai macht deutlich, dass die Neonazis nicht nur den Tod ihrer Demminer „Volksgenossen“ betrauern, sondern vielmehr den Untergang eines mörderischen Regimes!

Und dann können wir, (…) vielleicht irgendwann sagen: Wir haben aus der Geschichte gelernt

Während der Krieg und die NS-Diktatur ihr Ende fanden, lebten die Nazi-Ideologie und ihre Vertreter*innen weiter und so haben Rassismus und Antisemitismus in Deutschland Tradition. Es wurden und werden noch immer Naziparolen gebrüllt, es wurden und werden noch immer Menschen durch die Straßen gejagt, es wurden und werden noch immer Todeslisten geschrieben – und das ist unerträglich! Wir dürfen nicht still sein und uns nicht einschüchtern lassen; an keinem Tag im Jahr!

In den vergangenen Jahren bedeutete dies selbstverständlich den 08. Mai in Demmin zu verbringen, um uns dort gemeinsam mit lokalen Akteuren wieder und wieder den Nazis entgegenzustellen. Auch wenn diese Form der Auseinandersetzung im Kampf um eine antifaschistische Deutungshoheit in diesem Jahr höchstwahrscheinlich ausfällt, wollen wir euch dazu aufrufen kreativ zu werden und eigene Aktionen in euren Städten zu planen! Nutzen wir diese besondere Situation, um die Forderung Esther Bejaranos zu unterstützen, zu verbreiten und kreativ zu untermauern! Kümmern wir uns in diesem Jahr darum, den Tag, der die Niederlage des NS-Regimes brachte zu einem Feiertag zu machen!

„Achter Mai arbeitsfrei! Zeit für Antifaschismus!“

Seid dabei und sorgt dafür, dass der Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus ein großes antifaschistisches Fest wird… und bleibt!

Es gibt kein Ende der Geschichte

Hier findet ihr ab jetzt alle wichtigen Infos zum diesjährigen ersten Mai!

PM : Solidemo nach versuchtem Brandanschlag auf Jugendzentrum Klex

We´re not gonna take it!

Nachdem es am vergangenen Wochenende immer wieder Angriffe auf das Klex gab, versammelten sich heute 600 Menschen in der Greifswalder Innenstadt um den versuchten Brandanschlag auf das Haus nicht unwidersprochen zu lassen.

Viele Menschen, Vereine und Institutionen hatten bereits im Vorfeld ihre Solidarität mit dem Jugendzentrum ausgedrückt und die Anschläge verurteilt.
“Trotzdem ist es wichtig nicht zu vergessen, dass weder die rechten Positionen hinter den Taten, noch die Dimension der Gewalt selbst, etwas neues für Greifswald sind, sagt Katharina Lang Pressesprecherin der Antifa Defiant.

Bereits 2011, 2016 und 2017 gab es Brandanschläge auf alternative Freiräume in Greifswald, Alt Ungnade und Anklam. „Dass es dazwischen immer wieder ruhiger war ist ganz klar, dem großen Zusammenhalt und schnellem Eingreifen Betroffener und sich solidarisierender Menschen zu verdanken.“, so Lang weiter. „Es ist wichtig, dass so kurz nach den Angriffen so viele Menschen heute hier sind, um erneut gegen rechte Gewalt auf die Straße zu gehen.“

In Redebeiträgen vom Stadtjugendring, als Träger des Hauses, und Betroffenen der Angriffe wurde deutlich, dass es sich beim Klex um einen wichtigen Freiraum handelt, der bereits seit 1992 auf unterschiedliche Art und Weise ein „Zuhause“ für verschiedene Vereine, Menschen und ihre Ideen ist.

Die Antifa Defiant machte darüber hinaus deutlich, dass auch die geistigen Brandstifter solcher Taten klar benannt und als das was sie sind erkannt werden müssten – Rassisten und Faschisten die mittlerweile ganz offen totalitäre Vorsätze als Kommunalpolitker_innen, Landtags- oder Bundestagsabgeordnete der AfD formulieren.
„Wir halten es für höchst gefährlich, dass die meisten Menschen sich erst dann mit Rechtsradikalismus beschäftigen, wenn er sein Unheil längst angerichtet hat., so Katharina Lang. „Rechtsaußen-Demos und große Wahlerfolge der AfD dürfen nicht weiterhin als „verständlicher Protest“ oder „gerechtfertigte Verarbeitung von Unrechtserfahrungen“ beschönigt werden.

Darüber hinaus wurde sich mit den Opfern mehrerer rechter Angriffe auf zwei Migrant_innenselbstorganissationen in Stralsund solidarisiert und konkrete Hilfsanfragen der betroffenen Vereine DaMigra e.v, Tutmonde e.V. und Lola verlesen.

Zusammenfassend steht für Katharina Lang fest: „Diese Demo hat deutlich gezeigt, dass Opfer rechter Gewalt nicht allein sind – ob in Greifswald oder anderswo!“

Fotos: Ole Kracht