Montag Abend, ein Abend des Protests?

Montag Abend, schon lange ein beliebter Termin für Demonstrationen jeglicher Art. Sei es Pegida oder sämtliche Ableger, so wird der Montag Abend in den vergangenen eineinhalb Jahren überwiegend von Querdenker*innen benutzt, um gegen Corona und die damit verbundenen Maßnahmen zu protestieren. Bezug wird dabei immer wieder auf Quellen von sogenannten Freidenker*innen oder angeblichen Aufklärungsseiten genommen. Dass es sich dabei um Seiten ohne wissenschaftlich fundierte Ergebnisse bzw. Forschungen handelt wird schon nach kurzen Recherchen deutlich, dafür strotzen sie vor Hass auf alle die nicht „die Wahrheit“ erkennen.

Friede, Freiheit und Demokratie?

Nachdem der Pegida Ableger FFDG (Friede, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit) in Greifswald zuletzt 2016 immer weniger Zuspruch bekam, konnte die Gruppierung in der Namensdebatte der Universität Greifswald über Ernst-Moritz-Arndt noch einmal mit konservativen und veralteten Ansichten punkten, bis sie schlussendlich in der Bedeutungslosigkeit versanken. Nur die Organsiatoren um Norbert Kühl, seine Frau Petra und einige weitere traten immer mal wieder in Erscheinung, wenn es um die Unterstützung verschiedener AfD-Veranstaltungen ging.
In diesem Umfeld konnte Grit Wuschek ebenfalls Fuß fassen. Auch ihr schien Ernst-Moritz-Arndt ans Herz gewachsen zu sein und sie unterstützte die Debatte 2017, dass man den Eindruck haben konnte, die Namensgebung im Jahr 1933 wäre ihr Verdienst gewesen.

Auf dem Foto unter anderem Gunter Jess


Grit Wuschek, eine Person die weiß was sie will?

Um ihrem ganzen Unmut Luft zu machen, stellte sie sich zur Bürgerschaftswahl Greifswald 2019 als Einzelkandidatin auf und wollte „Für die Erhaltung unserer Greifswalder Geschichte!“ einstehen. Ihre forumulierten Ziele z.B. eine „sinnvolle Nutzung der Grundstücke am Ryck“ sorgten nicht für den gewünschten Effekt, viele Stimmen für sich zu gewinnen.
So tauchte auch Grit Wuschek häufiger am Rande verschiedener AFD Veranstaltungen auf, knüpfte Kontakte und machte auch mit den Identitären ihre Bekanntschaften.

Redebeitrag von Grit Wuschek


Montag Abend, ein Abend der alle vereint.

Am Montag den 13. September wurde unter dem Motto „Mein Körper meine Wahl. Gegen die Spaltung, Für eine angstfreie und offene Gesellschaft“ eine Kundgebung angemeldet. FFDG meldete sich aus den Sozialen Medien und rief auf, sich anzuschließen.
Zuerst schien es, als seien verschiedene Veranstaltungen angemeldet. Nach kurzer Zeit schlossen sich allerdings Querdenker*innen mit Grit Wuschek und ihren Anhänger*innen (teilweise Identitäre), als auch Gunter Jess von der AfD und verschiedene Anhänger*innen der Partei „Die Basis“ zu einer Kundgebung zusammen. Gemeinsam wurden die üblichen verschwörungsideolgischen Phrasen skandiert und sich traditionell über die Gegenveranstaltung inklusive ihrer „faschistischen“ Methoden aufgeregt.

Redebeitrag von Gunter Jess


Was bedeutet das?

Hier wird wieder einmal deutlich, dass es keinerlei Abgrenzungsbedürfnis zwischen den Akteuren gibt. Die AFD ist im Wahlkampf und auf Stimmenfang. Nachdem sie gerade zu Beginn der Coronazeit massiv an Stimmen verloren hat, versucht sie gerade im Spektrum der CoronaleugnerInnen und ImpfskeptikerInnen Stimmen wett zu machen. Die neu gegründete Partei „Die Basis“ aus eben diesem Spektrum ist ihr dabei Konkurrenz. Gerade auf lokaler Ebene stellt das aber offensichtlich keinen Hinderungsgrund dar, zusammen zu arbeiten.
Wie auch bundesweit warzunehmen, zeigt der letzte Montag, welches einende Potential das Thema Corona auf die unterschiedlichen rechten Strömungen hat. Dort kommt zusammen, was auf den ersten Blick nicht ganz zusammen passt.
Darum gilt:
Antifaschistische Wachsamkeit!
Behalten wir sie im Auge!
Halten wir dagegen immer und überall!

Wir bleiben Linx!

Am 08.09.2021 beginnt, unter anderem wegen des Vorwurfes der Bildung einer kriminellen Vereinigung, vor dem OLG Dresden der Prozess gegen vier Antifaschist*innen. Im Zuge des Prozessauftakts hat sich das „Solidaritätsbündnis Antifa Ost“ gegründet. An dieser Stelle wollen wir auf eine aktuelle Pressemitteilung hinweisen:

Pressemitteilung vom 31.08.2021 anlässlich des Prozessauftakts

Anlässlich des Prozessauftakts des Verfahrens gegen vier angeklagte Antifaschist:innen vor dem OLG Dresden am 8.09.2021 um 10:00 Uhr formuliert das Solidaritätsbündnis Antifa Ost seine vollste Solidarität mit den Angeklagten. Marta Zionek, Sprecherin des Solidaritätsbündnisses, erklärt hierzu: „Der Vorwurf lautet, sich nach § 129 StGB an einer ‚kriminellen Vereinigung‘ beteiligt und an verschiedenen Angriffen auf Neonazis mitgewirkt zu haben. Der gesamte Prozess sowie die Ermittlungen des LKA Sachsen, insbesondere der Soko LinX, sind unseres Erachtens klar politisch motiviert.“

„Es liegt auf der Hand, dass die Behörden ihr eigenes politisches, sprich linkenfeindliches Programm durchzusetzen versuchen. Zum Beispiel ist die Übernahme durch die Bundesanwaltschaft bereits an sich ein politisches Statement.“ Diese ist eigentlich nicht für Verfahren nach § 129 zuständig. Zionek ergänzt: „Die Soko Linx steht seit ihrer Gründung unter massivem Legitimationsdruck. So wurde sie während des Leipziger Bürgermeisterwahlkampfs 2019 als Wahlkampfinstrument der CDU gegen drei Stimmen der regierungsbeteiligten Parteien gegründet. Das Einzige, was sie bisher vorzuweisen hat, sind eigene Verbindungen zur rechten Szene.“

Sowohl die vermeintlichen Ergebnisse der Ermittlungsbehörden als auch die bisherige Berichterstattung rechts-konservativer Medien zu dem Fall zeugen eher von abenteuerlichem Wunschdenken, das eine vermeintlich linke Vereinigung „an der Schwelle zum Terrorismus“ (Dirk Münster, Leiter Soko LinX) konstruiert. Das Ziel solcher Propaganda sei völlig klar, so konstatiert Marta Zionek: „Die hier erfolgende gezielte und öffentlich inszenierte Repression gegen Antifaschist:innen zeigt einmal mehr deutlich auf, wo die staatlichen Behörden ihre Gegner verorten – nämlich links. Es ist doch kritisch zu hinterfragen, warum nicht die Faschisten und ihr stets aktueller Terror in dem Maße verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden. Stattdessen werden jene Menschen, die sich gegen diese eingesetzt haben sollen, kriminalisiert und als öffentliche Gefahr dargestellt.“ Das Solidaritätsbündnis Antifa Ost erwartet deshalb einen politischen Prozess, in dem die Beschuldigten stellvertretend für eine antifaschistische Bewegung juristisch belangt werden sollen.

Um die Notwendigkeit eines konsequenten Antifaschismus als Reaktion auf rechten Hass und Terror aufzuzeigen, ist nun der Blog des Solidaritätsbündnisses Antifa Ost nun online. Dort finden Medienvertreter:innen und alle Interessierten regelmäßig zu den Prozessterminen aktuelle Prozessberichte. Ebenso finden sich dort Informationen zu den vermeintlich Geschädigten – nämlich organisierten Faschisten und ihren Verstrickungen. Damit soll ihrer Rolle als die eigentliche Bedrohung einer freien Gesellschaft die Aufmerksamkeit zukommen, die sie verdient.

„Für uns als Solidaritätsbündnis Antifa Ost steht fest: Angesichts der Vorwürfe stehen wir solidarisch hinter den Angeklagten. Antifaschismus ist kein Verbrechen, sondern legitim und notwendig“, beteuert die Pressesprecherin Marta Zionek.

Am Tag des Prozessauftakts wird es vor dem OLG in Dresden eine Kundgebung ab 07:00 Uhr geben. Weitere Aktionen werden folgen.

Alle aktuellen Informationen zum Prozess und Möglichkeiten der Unterstützung findet ihr auf: https://www.soli-antifa-ost.org/

Wichtige Info’s zum OpenAir

Hej Leute,
wir würden gern auch über diesen Weg alle informieren, die bereits ein Ticket haben oder noch überlegen zu kommen, was genau nötig ist, um am Freitag allen ne entspannte Zeit zu verschaffen… naja zumindest was nötig ist um nervige Diskussionen am Einlass zu vermeiden, DENN:

Auf Grund der aktuellen Pandemieentwicklung müsst ihr für den Zutritt zu der Veranstaltung in der Straze am Freitag folgendes vorweisen:
1. Entweder einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test aus einem Testzentrum (kein Selbsttest) oder den Nachweis eines vollständigen Corona-Impfschutzes.
2. Kontaktdatenerfassung via Coronawarnapp (QR-Codes findet ihr vor Ort) oder per Zettel.


Wir empfehlen aber auch vollständig geimpften Personen, sich am Tag des Besuchs der Veranstaltung vorsorglich testen zu lassen.
Ein Testzentrum gibt es zum Beispiel in der Mensa am Wall (Am Schießwall 1, 17489 Greifswald). Bitte beachtet die Öffnungszeiten. Hier der Link: https://www.medizin.uni-greifswald.de/de/geschaeftsbereiche-zentrale-bereiche/antigen-schnelltestzentren-greifswald

Bei der Veranstaltung muss überall dort Maske getragen werden, wo Abstände nicht eingehalten werden können.
Kommt frühzeitig! Auf Grund der aktuellen Bestimmungen und Verordnungen wird es am Einlass mehr Zeit brauchen, bis ihr drin seid.
Bitte haltet Test oder Impfzertifikat und Registrierung am Einlass parat.

Wir freuen uns sehr auf das Konzert!
Vielen Dank für euer Mitwirken!

Zusammen gegen Repressionen!

Im Spätsommer diesen Jahres wird es voraussichtlich zum Prozessbeginn am Oberlandesgericht Dresden gegen die Angeklagten im sogenannten „Antifa Ost Verfahren“ kommen. Die Vorwürfe gegen Lina und drei weitere Antifaschist*innen sind weitreichend. Neben gefährlicher Körperverletzung wird ihnen die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die anhaltend reißerische Berichterstattung von Bild und Co. über die Verhaftungen ist wie gewohnt geprägt von Hufeisentheorie, Sexismus und Verleumdungen. Natürlich reihen sich dort auch organisierte Faschist*innen ein. Es ist davon auszugehen, dass der Prozess auch weiterhin in dieser Form begleitet wird. Auch werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Nazis der Nebenklage, zu den Prozesstagen mobilisieren.


Darum ist es umso wichtiger, den Genoss*innen in unterschiedlicher Form solidarisch zur Seite stehen. Dies geht natürlich nicht ganz ohne Kohle. Und jetzt kommen wir – und ihr natürlich: packt zum Open Air am 06.08.2021 ein paar Taler extra ein. Vorort könnt ihr diese schicken Drucke kaufen und ordentlich Solipfeffi trinken. Die Kohle spenden wir anschließend!

Open Air | 06.08.2021

Großer Abriss auf dem Hof der Straze: dreimal feine Beats und obendrüber noch feinere Lines.

Wann?: 06.08.2021
Einlass: 18 Uhr
Beginn: 19 Uhr
VVK startet am 13.07.2021 um 15:00 Uhr unter: https://www.tixforgigs.com/Event/37959



Queen Who – Auch wenn die 20-jährige Bremerin noch eher zu den kleinen Geheimtipps innerhalb der deutschsprachigen Rap-Szene gehört, solltet ihr euch diesen Namen auf jeden Fall merken und regelmäßig ihre Social Media-Kanäle auschecken. Wie sie im Interview mit „365 Female* MCs“ erzählt, ist es ihr ein großes Anliegen, mit ihrer Musik Menschen zu erreichen und insbesondere mehr Sichtbarkeit für die Erfahrungen und Lebensrealitäten von Black and People of Color in dieser weißen Mehrheitsgesellschaft zu schaffen.

Henri Jakobs – konnte schon immer das Private und das Politische tanzbar machen, Frust in Euphorie umwandeln. Dahin gehen wo es wehtut und genau dort einen Rave entfachen. An dieser Stelle macht er im Jahr 2021 weiter – mit einem Kernunterschied: Es wird nicht mehr geravet, sondern umarmt. Mit neuem Sound, neuem Namen, neuem Fokus, neuem Blick. Wenn wir seine Musik 2015 brauchten, dann brauchen wir sie heute noch viel mehr.

Bei Waving the Guns – geht es um die Artikulation von Antithesen zum Normalität werdenden Schwachsinn, um Übertreibungen und Understatement, um Gepöbel und Reflexion und darum, Scheisselabern mit Haltung zu verweben. Meinungsäußerung und Auseinandersetzung sind wichtiger Bestandteil, ebenso aber Entertainment und schlichtweg Bock auf Musik.

Noch eine Anmerkung zu den Tickets: Tickets sind auf 150 begrenzt und erstmal keine Abendkasse geplant – also kauft euch die Teile lieber jetzt. Wir lassen euch natürlich wissen, wenn wir aufstocken, ne Abendkasse einrichten oder auch noch Tickets direkt in Greifswald zu erwerben sind.

Redebeiträge 1. Mai 2021

Auf der Seite zum 01. Mai 2021 findet ihr ein Teil der Redebeiträge unserer diesjährigen Demonstration. Vielen Dank an alle Gruppen und Einzelpersonen für eure Beiträge!

#0105hgw

Wer nicht feiert, hat verloren!

Am Samstag jährt sich der Tag der Befreiung vom NS-Regime und das feiern wir! Wie viele von euch vermutlich bereits mitbekommen haben, wurde die Anmeldung des jährlichen Fackelmarsches der Faschist*innen der NPD nach ihrem gescheiterten Aufmarsch in Greifswald für dieses Jahr zurückgezogen. Das sind erfreuliche Nachrichten, dennoch ist und bleibt der 08. Mai ein Tag, an dem wir euch dazu aufrufen, nach Demmin zu kommen und ihn mit uns und vielen anderen Menschen gerecht zu werden.

Seit Jahrzehnten haben die Nazis sich diese überschauliche Hansestadt an der Peene ausgesucht um am 08. Mai immer wieder als schlecht verkleideter Flüchtlingstrott an einen angeblich in der Geschichte einmaligen Massensuizid zum Ende des Krieges zu erinnern. In gewohnter geschichtsrevisionistischer Manier stiegen die Opferzahlen der zu Gedenkenden von Jahr zu Jahr. Kampfreden am Peeneufer, gespickt mit den gleichen Parolen, die damals Einwohner*innen überhaupt erst in den Fluss trieben, verhöhnen die Opfer des zweiten Weltkriegs. In den vergangenen Jahren bedeutete dies selbstverständlich, dass viele Menschen die lokalen Strukturen unterstützen und sich mit ihnen geschlossen dem Fackelmarsch entgegenstellten. Auch wenn diese Form der Auseinandersetzung im Kampf um eine antifaschistische Deutungshoheit in diesem Jahr höchstwahrscheinlich ausfällt, rufen wir euch dazu auf, nach Demmin zu kommen und diese besondere Situation zu nutzen um die Befreiung zu feiern. Feiert diesen Tag zusammen mit dem Bündnis Demmin Nazifrei, denn die sind auf Grund ihrer großartigen Arbeit vor Ort gerade von ekelhafter Repressionen betroffen! Wir würden uns freuen, euch alle ab 17:00 Uhr an den Mahnwachen am Hafen und dem Markt zu sehen.
Für ein großes antifaschistisches Fest!

Heute zum Morgen! – PM zur ersten Mai Demonstration

Trotz der schwierigen Umstände durch die anhaltende Pandemie versammelten sich im Anschluss an die erfolgreichen Proteste gegen eine Demonstration der NPD über 500 Teilnehmer*innen zur traditionellen ersten Maidemonstration in Greifswald. Am Vormittag ist es uns mit circa 2000 Menschen gelungen, die Faschist*innen erfolgreich zu blockieren und ihnen deutlich zu machen, dass sie hier nicht unwidersprochen durch die Straßen ziehen können. Auch wenn sie ein kleines Stück der Bahnhofsstraße entlang laufen konnte, ist der Gegenprotest als Erfolg zu werten.
Kraftvoll und energisch begann unsere Demonstration unter dem Motto „Heute zum Morgen – von nichts kommt nichts“ kurz nach 17:00 Uhr anders als geplant am Hauptbahnhof.

Foto: Ole Kracht (Twitter)

„Seit November 2019 steht vieles Kopf, denn vor über einem Jahr wurde der erste Covid19-Fall bestätigt. „Flatten the Curve“ brachte einiges mit sich. Anfangs Hoffnung, Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen, gemeinsames Musizieren über Balkone hinweg und Applaus für Krankenhauspersonal. Später jedoch neben unnötigen Hamsterkäufen von Toilettenpapier, Ärger über ständig wechselnde Regelungen, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Homeschooling (das so manches Familienmitglied in die Verzweiflung trieb), Vereinsamung, Versammlungen und Plattformen für ganz Ängstliche und unglaubliche Umsatzgewinne für Onlineriesen wie Amazon.“ – heißt es in unserem Aufruf zur Demonstration.

Mittels verschiedener inhaltlicher Redebeiträge zu Themen wie der Situation von Carearbeiter*innen in Zeiten der Pandemie, den innerhalb eines kapitalistischen Systems nicht überwindbaren Klimawandel und autoritärer Staatsführung im Hinblick auf die Corona-Pandemie, ist es uns gelungen, linke Inhalte auf die Straßen Greifswalds zu tragen. Vielen Dank an alle Unterstützenden und allen, die da waren!

Foto: Ole Kracht (Twitter)

Auch wenn der erste Mai in Greifswald erfolgreich verlief, heißt es nicht, dass es nichts weiter zu tun gibt. Bleibt aktiv und organisiert den antifaschistischen Kampf.

Hoch die internationale Solidarität!
Kein Fußbreit den Faschist*innen!


Defiant Antifa

Letzte Infos zum 01. Mai

Nur noch zwei Tage bis zum ersten Mai. Wir wollen euch hiermit noch einen letzten Überblick verschaffen.

Proteste gegen NPD- Demonstration
Die Faschist*innen der NPD planen am 01 Mai nach zehn Jahren erneut durch Greifswald zu marschieren. Ein breites Bündnis ruft dazu auf, ihnen keinen Meter zu überlassen und den Aufmarsch zu blockieren. Wir werden es nicht hinnehmen, dass Nazis durch die Stadt ziehen und sind solidarisch mit allen, die sich ihnen entschlossen entgegenstellen.
Kommt um 10:00 Uhr zu den Mahnwachen rund um den Hauptbahnhof! Weitere Mahnwachen sind bereits in der Stadt angemeldet. Eine Übersicht findet ihr auf: greifswaldfueralle.org.
Alle Information an dem Tag findet ihr auf unserem Twitteraccount und unter dem Hashtag #0105HGW


Heute zum Morgen
Trotz des Aufmarsches der NPD werden wir es uns nicht nehmen lassen, unsere geplant und genehmigte Demonstration durchzuführen. Gerade in Zeiten einer weltweiten Pandemie, die deutlich aufzeigt, was in diesem kranken System falsch läuft, ist es uns wichtig, kraftvoll und geschlossen linke Antworten aufzuzeigen. Nicht die Pandemie, sondern der Kapitalismus ist Verursacher prekäre Lebenssituation, Ausbeutung und Krieg.
Der Start der Demonstration ist für 15:00 Uhr an der Europakreuzung geplant, richtet sich aber nach dem Ende der NDP Demonstration. Auch hierzu wird es aktuelle Informationen bei Twitter geben.

Zu guter Letzt
Wir nehmen das Virus ernst und sehen es als unserer aller Verantwortung, Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Deshalb empfehlen wir, sich vor dem Tag selbst zu testen oder testen zu lassen. Tragt Masken und packt gerne Ersatz ein. Seid solidarisch. Schützt euch und andere!

Wir sehen uns in zwei Tagen auf der Straße!


Defiant Antifa

Heute zum Morgen

Aufruf zur ersten Mai Demonstration

Seit November 2019 steht vieles Kopf, denn vor über einem Jahr wurde der erste Covid19-Fall bestätigt. „Flatten the Curve“ brachte einiges mit sich. Anfangs Hoffnung, Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen, gemeinsames Musizieren über Balkone hinweg und Applaus für Krankenhauspersonal. Später jedoch neben unnötigen Hamsterkäufen von Toilettenpapier, Ärger über ständig wechselnde Regelungen, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Homeschooling (das so manches Familienmitglied in die Verzweiflung trieb), Vereinsamung, Versammlungen und Plattformen für ganz Ängstliche und unglaubliche Umsatzgewinne für Onlineriesen wie Amazon.
Und noch eines hat die Pandemie wohl deutlicher aufgezeigt als alle Texte und Demos zuvor: die Dilemmata des global integrierten Kapitalismus. Anders als jahrelang gepredigt, scheint der Markt nämlich nichts zu regeln. Stattdessen wurde deutlich wie instabil das geschaffene System von voneinander abhängigen Konsument*innen und Produzent*innen ist.
Wenn bspw. der reiche Norden nicht billige Kleidung im Überfluss konsumiert, leiden als erstes die (zumeist weiblichen) Produzent*innen in den südlichen Billiglohnländern, denen ihre gesamte Existenzgrundlage abhandenkommt. Und wenn die deutschen Reiseweltmeister*innen nicht die schönsten Strände der Welt heimsuchen, erhalten die in der Tourismusindustrie beschäftigten Einheimischen nicht die erforderlichen Löhne, um anschließend auch deutsche Industrieprodukte erwerben zu können.
Untersuchungen die zeigen, dass ein Pandemierisiko direkt mit einer kapitalistischen Produktionsweise zusammenhängen sind keine Neuheit. Also nicht nur der Verlauf der aktuellen Covid19 – Pandemie hat Folgen für unser aktuelles Wirtschaften, auch der Ausbruch scheint dem geschuldet. Wird es gelingen jetzt gemachte Erfahrungen ernst zu nehmen und nicht einfach nur ein zurück zum Davor in den Blick zu nehmen? Sicherlich nicht ohne Menschen, die laut darauf drängen!

„Keine echte soziale Veränderung wurde jemals ohne eine Revolution herbeigeführt…“


Die Tradition des 1.Mai beruht maßgeblich auf den Ereignissen des Haymarket Massakers im Jahr 1886 in Chicago. Nach einer Kundgebung am Abend des 1.Mai entspann sich ein mehrtägiger Streik mit der zentralen Forderung nach der Einführung des 8-Stunden-Tages, der in den tragischen Auseinandersetzungen des 3.Mai gipfelte. Den Straßenkämpfen mit der Polizei fielen 6 Arbeiter zum Opfer, hunderte wurden verletzt. Im Anschluss wurden 8 Redner verhaftet und als Rädelsführer wegen Verschwörung zur Aufruhr verurteilt. Vier von ihnen starben durch den Strick, ein weiterer entzog sich der Hinrichtung durch Suizid, die Verbliebenen wurden erst nach sechs Jahren begnadigt. Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 wurde zum Gedenken an die Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Auch die Forderung nach dem 8-Stunden-Tag wurde weltweit aufgenommen.

„… Revolution ist nur ein Gedanke, der in die Tat umgesetzt wird.“

Mit der Militanz der Suffragetten zum Frauenwahlrecht, mit einer mutigen Sitzplatzwahl im Bus gegen Rassismus, mit Protesten auf den Straßen Chiles gegen die soziale Ungleichheit im Land oder auf den Straßen Polens gegen das verschärfte Abtreibungsgesetz.
Auch hier und heute gilt: ein besseres Leben fällt nicht einfach so vom Himmel. Stellen wir uns also, statt klatschend an unsere Fenster und auf unsere Balkone, gemeinsam auf die Straße.

Lasst uns nicht länger warten!
Machen wir das heute zum Morgen!

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