Hatten wir schon die Hüpfburg erwähnt?!

Nur noch wenige Tage, dann feiern wir in Demmin mit einem großen Straßenfest die Befreiung vom Nationalsozialismus. Auch in diesem Jahr wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um einiges auf die Beine zu stellen. Eröffnet wird die Feierei um 16.30 Uhr mit einer Demo, die vom Hafen einmal durch die Innenstadt tanzt.
Neben kulinarischen Köstlichkeiten wie Pommes, Softeis, Popcorn und Zuckerwatte, haben sich ein Haufen großartiger Künstler_innen angeschlossen, um den Tag musikalisch zu bereichern. Da wären neben Hinterlandgang (Rap aus dem Herzen Vorpommerns), Attic109 (Demmin) und Restposten (Salt and Pepper Punk aus Greifswald/Stralsund) auf dem Demminer Marktplatz noch Pigs off Campus (Rostock), Lappalie (Rostock), Freaks Dynamite (Bremen). Animals Secret (Rostock), Wieder in der Gegend (Schwerin), zu Viert (aus der Region) und Start Up Memories (Bielefeld) auf einer zweiten Bühne im Hafen.
Weiterer Höhepunkt bildet ein eigens organisierter historischer deutscher Trachtenumzug zum ausbuhen und aufhalten, der in diesem Jahr durch jeden gelaufenen Meter an EXIT, ein Aussteigerprogramm für Rechtsradikale, und an die Geflüchtetenarbeit des interkulturellen Cafés 3K in Demmin spendet! Entlang der Marschstrecke wird es mehrere Kundgebungen als Anlaufpunkte für Euch geben, die neben guter Musik auch diverse Partyutensilien und ein kleines „Gewinnspiel“ in der Hinterhand haben.
Seid also dabei und sorgt dafür, dass der 74. Jahrestag der Befreiung ein antifaschistisches Fest auf den Straßen Demmins wird!

Alles auf einen Blick:
16.00 Uhr – Auftakt Friedensfest am Hafen
16.30 Uhr – Tanzdemo ab Hafen
17.00 Uhr – Kundgebungen starten
18.30 Uhr – Bands und Hüpfburg auf dem Marktplatz
19.00 Uhr – Bands am Hafen
ab circa 19.00 Uhr – historischer deutscher Trachtenumzug/Spendenlauf

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Tickets, Tickets, Tickets

Nächsten Mittwoch fahren wir gemeinsam nach Demmin um dort die Befreiung vom Nationalsozialsimus zu feiern! Einen weitaus ausführlicheren Text dazu findet ihr u.a. hier.

Aus Greifswald werden mehrere Busse fahren und noch gibt es ein paar Tickets (5-10€ nach Selbsteinschätzung)! Die könnt ihr zu folgenden Zeiten, an folgenden Orten kaufen:

– zu den gängigen Öffungszeiten im IKuWo
– am 02.05. im Klex (Pfadfinderbüro)
– ganz Beschäftigte können auch eine Mail an defiant@systemausfall.org schicken

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Sympathisanten der NPD stellen sich am 1.5. in Wismar in Reih und Glied – wir halten dagegen!

Unter dem Motto „Arbeit! Zukunft! Heimat!“ ruft der NPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern zu ihrem jährlichen Aufmarsch am 1. Mai in der Hansestadt Wismar auf. Ab 12:00 Uhr beginnend am Bahnhof wollen sie an dem Tag durch die Stadt marschieren.


Es ist schlimm genug, dass sie aufmarschieren wollen. Viel schlimmer ist jedoch, dass dies am 1. Mai geschehen soll. An jenem Tag, der wie kein anderer weltweit für den Kampf um gleiche Rechte und ein besseres Leben für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung, steht.
Neonazis treten am 1.Mai nicht für ein solidarisches Miteinander im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung ein, sondern nutzen die existentiellen Ängste der Bevölkerung (z.B. die Sorge vor Verlust der Lohnarbeit) um ihre rassistische und nationalistische Ideologie als vermeintlich einfache Lösung komplexer Sachverhalte darzustellen.
Seit Jahren versuchen rechtsradikale Organisationen Themen wie den 1. Mai, also den internationaler Kampftag der ArbeiterInnenbewegung, ebenso wie die alliierten Bombardements auf Dresden oder den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, aufzugreifen und umzudeuten.
Durch die Reduzierung des 1. Mai, auf einen 1933 von Hitler eingeführten gesetzlichen „Feiertag der nationalen Arbeit“, versuchen die Neonazis die Geschichte zu verdrehen. Darum verschweigen sie auch, dass am 2. Mai 1933 die SA und SS Gewerkschaftshäuser stürmten und Gewerkschaftsmitglieder mit zu den Ersten gehörten, die in Konzentrationslagern landeten und umgebracht wurden.
Dies zeigt nur zu deutlich, dass Nazis, damals wie heute, auf soziale Fragen mit Ausgrenzung, Vernichtung und nicht zuletzt Krieg antworten und somit ein respektvolles und friedliches Miteinander ablehnen.

Das lokale Bündnis „Wismar für alle“ lädt euch deshalb zu lauten und bunten Protesten in die Hansestadt ein. Wenn ihr nicht allein fahren wollt, haltet Augen und vor allem Ohren offen, um zu erfahren, wie es mit einer gemeinsamen Anreise aus Greifswald aussieht.

weitere Infos unter: wismarfueralle

Genossinnen verteidigen

Solidarität mit den Rostocker Antifas

Im Jahre 2015 gerieten Antifaschist*innen in Mecklenburg-Vorpommern in eine körperliche Auseinandersetzung mit Neonazis. Nun, über dreieinhalb Jahre später, wird einigen Menschen aus Rostock vorgeworfen an dem Vorfall beteiligt gewesen zu sein. Dabei werden einzelne Personen gezielt herausgepickt und besonders belastet. Die Staatsanwaltschaft will ihnen unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Landfriedensbruch den Prozess machen.

Wir lassen die Betroffenen nicht allein! Antifaschismus, zumal in einer Region, in der Neonazis besonders offensiv auftreten, darf nicht kriminalisiert werden. Die Angeklagten brauchen jetzt Deine Unterstützung. Wir rufen Dich auf die Gerichtsverhandlungen zu besuchen, Solidaritätsaktionen zu veranstalten und Geld für die Genoss*innen zu sammeln. In den kommenden Monaten wird es Termine, Veranstaltungen und Aktionen geben. Nähere Informationen dazu bekommst du auf dem Kampagnen-Blog. Hilf die konkrete Repression abzuwehren. Schaffe Solidarität!

Infoveranstaltung in Greifswald: 07.03.19, 19.00 Uhr, Jugendzentrum Klex (Lange Str.14)
Kampagnenblog: https://verteidigen.blackblogs.org/

Eine kleine Nachbetrachtung

„Europa zwischen Identität und Multikulti“ – zu diesem Thema lud die rechte Burschenschaft Markomannia heute Martin Sellner, den österreichischen Kopf der Identitären, nach Greifswald. Der Einladung folgten außerdem die üblichen Verdächtigen der örtlichen Identitären, sowie Mitglieder der Rugia; unter ihnen Thore Ragnar Teufel, Max Bartusch, Franziska Gerbe, Philipp Lemm, Hannes Krünägel, Daniel Sebbin, Martin Wudtke und Daniel Menkens.

Um das rassistische Gedankengut der Identitären nicht unwidersprochen zu lassen, fanden sich bereits ab 17.00 Uhr etwa 150 Menschen in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes zusammen. Mittels Informations- und Filmmaterials erhielten die Anwesenden Einblicke in die Struktur und Entstehungsgeschichte, sowie Erklärungen zum sogenannten Ethnopluralismus und Frauenbild der Identitären. Vertreter_innen der Linksjugend solid beleuchteten in einem Redebeitrag die Verbindung zwischen Identitären und der Universität Greifswald, da diese längst als einer ihrer Hauptaktionsräume diene.

Sellner, der mit den Worten „Wir sehen uns heut Abend“ über seinen Twitteraccount auf die Kundgebung hinwies, begnügte sich dann doch damit, schnell und ungewöhnlich wortkarg im Haus der Burschenschaft zu verschwinden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei all den Menschen, die heute erneut gezeigt haben, dass der „neuen Rechten“ weder auf der Straße noch im öffentlichen Diskurs Raum zugestanden werden darf.

Kein Raum den Identitären

Am 23.Februar kommt der Kopf der sogenannten Identitären Bewegung Österreichs, Martin Sellner, zu einem Vortrag unter dem Titel „Europa zwischen Identität und Multikulti“ nach Greifswald.
Für die sogenannte „Neue Rechte“ sind Veranstaltungen wie diese von großer Bedeutung, vor allem zu dem Zweck, sich tiefer im burschenschaftlichen Spektrum zu verankern, neue Mitglieder zu rekrutieren und neuste strategische Überlegungen an die Basis zu vermitteln. Martin Sellner ist vor allem für die jüngeren Anhänger der „neuen Rechten“ über seine mediale Präsenz als führender Kader der Identitären von Bedeutung und verfügt über beste Kontakte zu Götz Kubitschek, dem Chefideologen der „Neuen Rechten“ rund um das „Institut für Staatswissenschaften“ und der Zeitschrift Sezession.

Die sogenannte Identitäre Bewegung ist eine rassistische Gruppierung, die versucht über moderne Aktionsformen verstaubte rechte Konzepte salonfähig zu machen.
Indem sie sich hinter scheinbar harmlosen Begriffen, wie Kultur und Vielfalt der Ethnien verstecken, präsentieren sie sich auf ihren Medienkanälen als unbedenkliche patriotische Alternative zu offen auftretenden Nazistrukturen.
Ein Blick in die Vita zahlreicher Aktivist*innen der Identitären zeigt, dass diese vielfach in Jugendorganisationen von faschistischen Parteien wie der NPD und in Kameradschaften sozialisiert wurden. Daher ist naheliegend, dass diese Abgrenzung eher strategischer Natur ist, um gesellschaftlich anschlussfähiger zu werden.

Diese Strategie der Identitären hat jedoch nur ohne Widerspruch Erfolg. Mit einem scharfen zivilgesellschaftlichen Gegenwind können humanistische Ideale in einem sich nach rechts verschiebenden Diskurs verteidigt werden.
Am 23. Februar geht es in Greifswald nicht bloß darum eine Veranstaltung zu stören, sondern die „Neue Rechte“ massiv in ihrem Aufbau zu behindern.

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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

„Es war kein Wachtraum, ein lebender Toter stand mir gegenüber. Hinter ihm waren im nebligen Dunkel Dutzende anderer Schattenwesen zu erahnen, lebende Skelette. Die Luft roch unerträglich nach Exkrementen und verbranntem Fleisch. Ich bekam Angst, mich anzustecken, und war versucht wegzulaufen. Und ich hatte keine Ahnung, wo ich war. Ein Kamerad sagte mir, wir seien in Auschwitz. Es war uns klar, dass etwas Schreckliches über diesem Ort lag: Wir fragten uns, wozu all die Baracken, die Schornsteine und die Räume mit den Duschen gedient hatten, die einen seltsamen Geruch verströmten. Ich dachte an ein paar Tausend Tote – nicht an Zyklon B und das Ende der Menschlichkeit.“

Jakow Wintschenko – Soldat der Roten Armee,
die das Vernichtungslager Auschwitz am
27.Januar 1945 befreite

Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Januar offiziell der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. 2005 wurde der Tag international zum Holocaust-Gedenktag. Hier eine Übersicht zu diesjährigen Veranstaltungen in Greifswald:

25.01. / 20:00 / Koeppenhaus – Literaturzentrum
DIE GUTEN FEINDE – Mein Vater, die Rote Kapelle und ich
Der Filmemacher Christian Weisenborn erzählt in DIE GUTEN FEINDE das dramatische Leben seines Vaters.
Günther Weisenborn, Schriftsteller und Mitglied der Widerstandsgruppe Rote Kapelle, entkommt der Hinrichtung durch die Nazis nur knapp. 59 seiner Mitstreiter werden hingegen 1942 hingerichtet, unter ihnen seine Freunde Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. Bis zu seinem Tod 1969 versucht Weisenborn zusammen mit Adolf Grimme, die zu Tode verurteilten Freunde zu rehabilitieren und den verantwortlichen Nazi-Richter Manfred Roeder zur Rechenschaft zu ziehen – vergeblich. Denn in der BRD gelten die Mitglieder der Gruppe als KGB-Agenten und Vaterlandsverräter. Selbst Stern und Spiegel gehen den Naziseilschaften, die bis in den BND reichen, auf den Leim. Und in der DDR wird die Geschichte der Widerstandskämpfer für kommunistische Propaganda missbraucht. Erst 2009 werden die Urteile gegen die Rote Kapelle offiziell aufgehoben.

27.01. / 19:00 / Pommersches Landesmuseum
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus „Verfolgte Sozialdemokraten“ 
Die SPD war im März 1933 die einzige Partei im Reichstag, die das Ermächtigungsgesetz als wesentliche Grundlage zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur ablehnte. In der Folge wurde die SPD verboten und die Gewerkschaften zerschlagen. Zahlreiche Mitglieder gingen ins Exil. Andere, die im Land geblieben waren, wurden zeitweilig inhaftiert oder langjährig in Konzentrationslagern festgehalten und ermordet.
Die reichsweite Dimension dieser Verfolgung wird Bernward Dörner (Berlin) skizzieren, bevor Detlev Brunner (Leipzig) stellvertretend das Schicksal des Stettiner Sozialdemokraten Fritz Lamm (1911-1977) schildern wird. 

31.01. / 19:00 / Pommersches Landesmuseum
Nordoststreifen zum Gedenktag für die Opfer des NS: „Nachlass“ 
Doku von Christoph Hübner
Tiefgründige Reflexion über unsere Erinnerungskultur anhand von Gesprächen mit Kindern und Enkeln von NS-Tätern sowie Nachfahren von Überlebenden des Holocaust. 

01.02. / 20:00 / Koeppenhaus – Literaturzentrum
L’CHAIM – Auf das Leben! Ein Film als ein Hoch auf das Leben.
Bevor er zum erfolgreichen Geschäftsmann in New York und professionellen Schachspieler in St. Tropez wurde, hatte Chaim Lubelski bereits ein ziemlich wildes Leben geführt. Deutschland, Paris, London und Afghanistan – vom Hippiedasein bis zum Dealer – er hat nichts ausgelassen. Als seine Mutter krank wird und Hilfe benötigt, entscheidet er sich, mit 63 Jahren in Antwerpen mit ihr zusammen zu ziehen. Er opfert sich für sie mit Hingabe auf und sieht es als seine Mission an, ihren Schmerz zu vertreiben, gerade da sie eine Überlebende des Holocausts ist. Das gemeinsame Leben der beiden ist von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und Humor geprägt. Mit großer Nähe begleiteten wir ihren Alltag, teilen ihre Gedanken und ihr Lachen.
Ein bewegender Dokumentarfilm über eine faszinierende, charismatische Persönlichkeit, deren Name auch einen Wunsch beinhaltet: L’Chaim! Ein Film als ein Hoch auf das Leben.