„In diesem Sinne bin ich schon national eingestellt“

Schon in Berlin nicht unbekannt

Keine zwei Wochen ist es her, dass 200 Studierende der Universität Greifswald im Rahmen einer Einführungsveranstaltung in die Politikwissenschaft darauf aufmerksam gemacht wurden, dass es sich bei ihrem Kommilitonen Marcus G. um einen Neonazi handelt.

Begnügte sich dieser zum damaligen Zeitpunkt noch damit der Kamera lediglich seinen Mittelfinger entgegenzustrecken, so schlägt er jetzt ganz andere Töne an.

In einer persönlichen Stellungnahme beim studentischen Onlineportal webMoritz beteuert das ehemalige Mitglied der mittlerweile verbotenen „Kameradschaft Tor“ unter anderem, dass er „keinesfalls ein gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen“ ausschließe. Dass sich dieses „Kennenlernen und Verstehen“ nicht selten auf gewalttätige Übergriffe beschränkt, zeigen die vielfach belegten Umtriebe der damaligen Berliner Kameradschaft nur allzu deutlich.

Eine Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus, die Verherrlichung Adolf Hitlers sowie lebensgefährliche Angriffe auf Menschen, die nicht in ihr regressives und menschenverachtendes Weltbild passten, sind nur einige der Gründe, die letztendlich zum Verbot eben dieser führten.

Neue Stadt – Altes Leben!

Ob als Laufbursche des „Greifswalder Boten“, Fotograf bei diversen NPD-Demonstrationen oder als „verdeckter Spion“ im städtischen Bündnistreffen „Greifswald ist bunt kein Ort für Neonazis“, auch hier in Greifswald treibt der geoutete Neonazi rechte Strukturen maßgebend voran. Persönliches Engagement zeigt Marcus G. vorallem, wenn es um die Nationalen Sozialisten Greifswald (NSG) geht, durch die es in den letzten Monaten zu einer regelrechten Welle von Gewalttaten kam.

Wie lassen sich beispielsweise Brandanschläge auf alternative Wohnprojekte, Sachbeschädigungen oder gewalttätige Übergriffe auf Gewerkschafter_innen und alternative Jugendliche mit dem rechtstaatlichen Prinzip vereinbaren zudem sich der Neonazi Marcus G. in seiner Stellungnahme „bekennt“.

Täter als Opfer – Alles vertauscht?

Als wäre das alles nicht genug, bietet nun das studentische Onlineportal webMoritz einem führenden Kader der mittlerweile verbotenen „Kameradschaft Tor“ ein zusätzliches Podium. Nicht nur das es sich bei dem Artikel um eine durchgängig einseitige Berichterstattung handelt, auch der Tag der Veröffentlichung selbst, der 9. November 2011 hätte den Autor_innen zu denken geben müssen.

Alles in Allem scheint es, als sei nun auch die studentische Redaktion des webMoritz typischen rechten Medienstratgien auf den Leim gegangen.

Einen weiteren Artikel dazu gibt es auf dem Fleischervorstadt-Blog

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