Pressemitteilung zur antifaschistischen Demonstration „Zieht euch warm an! Null Toleranz für Nazis – Fight back!“ in Greifswald

Die antifaschistische Gruppe Defiant bezeichnet die heutige Demonstration „Zieht euch warm an!“ als vollen Erfolg. Zu der Veranstaltung am Südbahnhof hatten auch die Bündnisse „Greifswald Nazifrei“ und „Nazis wegbassen“, sowie die Greifswalder Sektionen „H.I.G.H“ und „M.u.S.i.K.“ der hedonistischen Internationalen aufgerufen. An die 900 Menschen versammelten sich, um gemeinsam auf die neonazistischen Aktivitäten in und um Greifswald aufmerksam zu machen.

„Heute wurde ein deutliches Zeichen dafür gesetzt, dass Greifswald kein Ort für Neonazis ist.“ sagte Katharina Lang, Pressesprecherin der Antifa-Gruppe Defiant. „Wir haben die gewalttätigen Übergriffe und Brandanschläge thematisiert, die in den letzten Monaten Greifswalds Straßen zu einem Schauplatz rechter Gewalt machten. Wir haben aber auch aufgezeigt, dass es uns endgültig reicht.“
Vor dem Hintergrund einer zweiten Legislaturperiode der NPD im Schweriner Landtag und damit verbundenen Befürchtungen einer weiter erstarkenden rechten Szene, wurde in Greifswald ein weiteres Mal bewiesen, dass es Menschen gibt, die dazu bereit sind rassistischen Ideologien und einem regressiven Weltbild etwas entgegenzusetzen.

Die dreieinhalb-stündige Demonstration führte unter anderem durch die Greifwalder Stadtteile Schönwalde I und II und somit unter anderem direkt am wiedereröffneten Heim für Asylsuchende vorbei. An dieser Stelle wurde nicht nur einmal mehr die rassistische Asylpolitik der Bundesrepublik Deutschland kritisiert, sondern auch auf die Gefahr eines alltäglichen Rassismus aufmerksam gemacht. Dies ist keine Erscheinung, die sich allein auf einzelne Neonazis beschränkt. Allerdings wird der in der gesamten Gesellschaft anzutreffende alltägliche Rassismus als Türöffner genutzt, um völkisch-nationales Gedankengut gesellschaftsfähiger zu machen.

Die Universitätsstadt hat schon des Öfteren bewiesen, dass es möglich ist gegen neonazistische Strukturen in und um Greifswald vorzugehen. Ein wichtiges Beispiel hierfür sind die erfolgreichen Massenblockaden am 1. Mai diesen Jahres, die jedoch nicht ohne staatliche Repressionen für die Beteiligten ausgingen. Neben Informationen zu lokalen Neonaziaktivitäten und rechts-konservativen Strukturen wurden sowohl Demonstrant_innen als auch Passant_innen auf diesen Umstand aufmerksam gemacht.

Die antifaschistische Gruppe Defiant verurteilt jedoch das Vorgehen der Polizei scharf. Während der Demonstration kam es zu mehreren unnötigen Rangeleien, weil die Polizei Gewahrsamnahmen durchführen wollte. Mitten im Dezember unter dem Vorwand gegen das Vermummungsverbot vorgehen zu wollen, stellt angesichts der Ernsthaftigkeit des aktuellen Themas der Demonstration eine völlig unnötige Provokation dar.
Nichtsdestotrotz war die Demonstration ein voller Erfolg. „Wir sind überrascht und hocherfreut über die eindrucksvolle Beteiligung“ sagte Katharina Lang. „Alles in allem erlebte die Stadt Greifswald heute eine laute und bunte Demonstration, die entschlossen gegen Rassismus, menschenverachtende Ideologien und rechte Gewalt protestierte.“
Der heutige Tag ist ein guter Startschuss für die kommenden Wochen und Monate, denn der Kampf gegen die Neonazis braucht das gemeinsame Zusammenhandeln aller und viel Ausdauer. Wir sind auf einem guten Weg!

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