Nazis und Polizei Hand in Hand

Ein Bericht der Roten Hilfe Greifswald

Im letz­ten hal­ben Jahr kam es zu zahl­rei­chen An­zei­gen aus der Neo­na­zi-Sze­ne, ins­be­son­de­re durch den stadt­be­kann­ten Neo­na­zi-Ka­der Mar­cus G. Diese rich­te­ten sich vor allem gegen ver­meint­lich links­po­li­tisch ak­ti­ve Men­schen. Ziel der An­zei­gen ist es of­fen­sicht­lich an Namen und Adres­sen der be­trof­fe­nen Per­so­nen zu ge­lan­gen, sie ein­zu­schüch­tern und Ma­te­ri­al gegen den po­li­ti­schen Geg­ner zu sam­meln. Die of­fen­sicht­li­che Will­kür­lich­keit der An­zei­gen hält die Po­li­zei nicht davon ab, die be­trof­fe­nen Per­so­nen durch Haus­be­su­che unter Druck zu set­zen und ver­folgt die An­zei­gen wei­ter, ob­wohl Tat­zeit­punk­te und -orte sich schon mehr­fach als von Mar­cus G. frei er­fun­den her­aus­stell­ten.

Das Vor­ge­hen der Neo­na­zis scheint Me­tho­de zu haben, da der ehe­ma­li­ge Ju­ra-Stu­dent Mar­cus G. sich Un­ter­stüt­zung beim Ros­to­cker An­walt Tho­mas P. ge­sucht hat. Das hin­zu­zie­hen eines Rechts­bei­stan­des kos­tet neben zeit auch Geld. Tho­mas P. fiel bis­her durch die Ver­tei­di­gung von Neo­na­zis und Hells-An­gels auf. Wei­ter war er Mit­glied der mitt­ler­wei­le ver­bo­te­nen neo­na­zis­ti­schen FAP.

Bei mehr als einem Dut­zend An­zei­gen sind die Kos­ten für einen Stu­die­ren­den nicht un­be­acht­lich. Wir als Orts­grup­pe Greifs­wald der Roten Hilfe gehen davon aus, dass der Neo­na­zi-Ka­der Mar­cus G. nur als ver­meint­lich ge­schä­dig­te Per­son auf­tritt, um In­for­ma­tio­nen für die Neo­na­zi-Sze­ne zu sam­meln.

Ent­we­der durch­schaut die Po­li­zei das Han­deln der Neo­na­zis nicht oder sie nutzt die „Gunst der Stun­de“ um ver­meint­lich oder tat­säch­lich linke Men­schen zu drang­sa­lie­ren.

Wir, die Rote Hilfe Greifs­wald, for­dern die Po­li­zei auf nicht mehr aktiv am Trei­ben der Neo­na­zis mit­zu­wir­ken und die Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che durch Haus­be­su­che ein­zu­stel­len. Be­trof­fe­ne Per­so­nen brau­chen nicht zu Vor­la­dun­gen der Po­li­zei er­schei­nen, soll­ten sich aber bei uns, der Roten Hilfe mel­den, damit wir be­ra­tend zur Seite ste­hen kön­nen und den Über­blick be­hal­ten.

(Quelle: Rote Hilfe Greifswald)

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