Nazis des Saales verwiesen

Greifswald – Pressemitteilung vom 30.04.2013

Die gestrige Veranstaltung „Der NS-Studentenbund in Greifswald und die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 in Greifswald“ lockte nicht nur interessierte Greifswalder_innen ins Rathaus, um die lokalen Ereignisse im Umfeld der „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu diskutieren. Vier stadtbkannte Neonazis, unter ihnen René H., Max B. und Marcus G. nahmen ebenfalls im Publikum Platz. Alle zählen sich zu den autonomen Nationalisten und sind in Greifswald federführend für die NSG (Nationale Sozialisten Greifswald). René H. beteiligt sich aktiv an Neonaziaufmärschen, war bereits fest in den „Nationalen Widerstand Dortmund“ integriert und fiel in der Vergangenheit bereits desöfteren durch aggressives Verhalten gegenüber alternativen Jugendlichen auf. Der aus Berlin stammende Marcus G., Ex-Mitglied der bereits 2008 verbotenen Kameradschaft Tor, tritt immer wieder bei rechten Demonstrationen als Fotograf auf, um Gegendemonstrant_innen abzufotografieren. „Hierbei handelt es sich um klassische Anti-Antifaarbeit. Man kann davon ausgehen, dass dadurch ganze Datenbanken über politische Gegner_innen entstehen.“ so Katharina Lang, Pressesprecherin der Gruppe „Defiant“. Mit dem gleichen Ziel besuchen Neonazis, auch immer wieder Informationsveranstaltungen, bzw. Vorträge. Max B., der vor Kurzem erst aus Pasewalk für sein Studium nach Greifswald zog, mischte sich unter den Vorbereitungskreis von Gegendemonstrant_innen zum geplanten Pressefest der NPD in Viereck. Medien berichteten bereits über Versuche G.’s  2011 an einem Bündnistreffen der Stadt gegen den geplanten Naziaufmarsch teilzunehmen oder sich vor wenigen Monaten als Schöffe aufstellen zu lassen. Auch der gestrige Besuch im Rathaus blieb nicht unbemerkt. Einige engagierte Antifaschist_innen unterbrachen die Veranstaltung und machten auf die vier Neonazis aufmerksam, worauf diese von der Veranstaltung ausgeschlossen wurden. Dieser Auschluss hielt Marcus G. jedoch nicht davon ab, die Teilnehmer_innen der Veranstaltung beim Verlassen dieser ausnahmslos zu fotografieren. „Durch diese Aktion wird wieder einmal deutlich, wie gefährlich und ernstzunehmen die Aktivitäten sogenannter Anti-Antifafotografen sind, denn auch in Greifswald blieb es in der Vergangenheit nicht beim fotografieren politischer Gegner_innen“, gibt Lang zu bedenken, „immer wieder kam es in den letzten Jahren zu gewaltätigen Übergriffen durch Neonazis!“

Wir möchten Veranstalter_innen dafür sensibilisieren, bereits am Eingang darauf zu achten, dass sich keine Neonazis unter das Publikum mischen.

Nazis in die Schranken weisen! Anti-Antifaarbeit verhindern!

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