Celebrate Liberation

Pressemittelung vom 09.05.2013

Am 08. Mai 1945 kapitulierte das nationalsozialistische Deutschland gegenüber den Alliierten – ein Grund zum feiern. Aus gegebenem Anlass fanden sich am gestrigen Tag etwa 30 Antifaschist_innen zusammen, um mit Sekt, Musik und Flyern in der Greifswalder Bevölkerung an dieses historische Datum zu erinnern. Unter positivem Feedback der Passant_innen zog der Demonstrationszug vom Rubenowplatz durch die Innenstadt bis zur Mensa. In der Nacht zuvor brachte die „Aktionsgruppe Weiße Riesin“ bereits weißen Stoff und erklärende Texte an den Laternen entlang des Walls an.
Katharina Lang, Pressesprecherin der antifaschistischen Gruppe Defiant gibt indes zu bedenken: „Dass es immer noch Menschen gibt, die die Befreiung vom Nationalsozialismus zu einem Verbrechen und der Unterjochung der deutschen Bevölkerung verdrehen wollen, zeigt sich unter anderem in Demmin. Hier marschieren Neonazis auf, um die Schuld Deutschlands an Krieg und industriellem Massenmord zu relativieren.“ In den letzten Jahren hat sich in Demmin eine aktive Protestkultur rund um den 8. Mai entwickelt, um Neonazis daran zu hindern ihre menschenverachtende und geschichtsrevisionistische Hetze ungestört auf die Straße tragen zu können. „Wir wollen die Passant_innen heute auch dazu aufrufen, sich am antifaschistischen Engagement dort vor Ort zu beteiligen“, so Lang weiter.
In einem Vortrag wird sich die Gruppe Defiant heute (09.05.) mit der Befreiung Greifswalds auseinandersetzen. Oft wird mit dem Krieg und Kriegsende die kampflose Übergabe der Stadt durch den damaligen Stadtkommandanten Rudolf Petershagen an die Sowjetarmee verbunden. Ein Ereignis, dass in der DDR positiv erinnert wurde und Greifswald im kollektiven Gedächtnis zu einem positiven Beispiel werden ließ. Seltener hingegen ruht der Blick auf den Aspekten, die die Stadt im Nationalsozialismus ausmachten. Dazu zählten die Verwandlung von der Universitäts- zur Garnisionsstadt, die Verfolgung von Antifaschist_innen und der jüdschen Bevölkerung, Zwangsarbeit und tausende Kriegsgefangene.

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