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Pressemitteilung von Feine Sahne Fischfilet zum “Kentern & Verstehen“

Am vergangenen Wochenende luden wir gemeinsam mit der lokalen antifaschistischen Gruppe DEFIANT zu einem Festival in die Hansestadt Greifswald ein. Alle Veranstaltungen waren bis auf den letzten Stuhl bzw. bis auf die letzte Karte besetzt und ausverkauft. Ganz egal, ob die Lesung mit Torsun Burkhardt, der Alternative Stadtrundgang – der Einblick in die hiesige politische Landschaft gab – das dokumentarische Theaterstück der „Bühne für Menschenrechte“ oder die zweistündige Podiumsdiskussion rund um die Perspektiven antirassistischer Arbeit. Die Besucher_innenzahlen übertrafen unsere Erwartungen. Das freut uns sehr und lässt uns positiv in die Zukunft blicken. Pünktlich zur Erstiwoche haben viele junge Leute die Möglichkeit genutzt Formen und Möglichkeiten des politischen und antifaschistischen Engagements in ihrem neuen Wohnort kennenzulernen.

Natürlich konnte auch die örtliche Neonaziszene diese Veranstaltung nicht einfach ignorieren. So erschienen sie bereits im Vorfeld beim Vermieter des Veranstaltungsortes und versuchten diesen einzuschüchtern. Natürlich bezogen sie sich dabei auch wieder dankbar auf die Erwähnung von Feine Sahne Fischfilet im Verfassungsschutzbericht. Sie hatten jedoch damit keinen Erfolg.
Samstag Abend feierten fast tausend Menschen ausgelassen in den Bahnhofshallen zu den Bands und Djs. Die Polizei wartete vergebens auf ein heraufbeschworenes Horrorszenario, welches die Gäste des „Kentern und Verstehen“ anrichten würden. Die Neonazis waren davon so frustriert, dass sie durch die Innenstadt zogen und 21 Autos vermeintlicher Konzertbesucher_innen beschädigten weil sie z.B. Feine Sahne Fischfilet Aufkleber darauf fanden. Reifen wurden zerstochen, Scheibenwischer abgebrochen und Lack zerkratzt. Mehrere tausend Euro Schaden entstanden.

Dass die Polizei nun in einer Pressemitteilung die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise bittet, ist nur verständlich.
Am Abend selber hatten die Beamten leider keine Zeit für solche Kleinigkeiten. Stattdessen standen sie den ganzen Abend mit mehreren Streifen- und Zivilfahrzeugen vor unserem Veranstaltungsort, lungerten am Einlass rum und drohten zum Ende hin sogar den Konzertort zu stürmen. Für schikanierende Kontrollen bei Konzertbesucher_innen waren auch genug Kräfte vorhanden. Dass die Nazis währenddessen in aller Ruhe durch Greifswald ziehen und über 20 Autos zerdeppern können, ist für uns wieder eine Bestätigung dafür, dass man sich im Kampf gegen die Neonazis nicht auf die Polizei verlassen darf, sondern sich bestmöglich um einen antifaschistischen Selbstschutz kümmern muss. Dass zudem am gleichen Wochenende Neonazis in Meck-Pomm ein klandestin organisiertes Konzert veranstalten wollten und es am Samstag Morgen zum wiederholten Male zu einem Angriff auf das Flüchtlingsheim in Güstrow kam, ist für uns nur eine Zustandsbeschreibung, der derzeitigen Verhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern.

Umso wichtiger ist es zu betonen, dass es nicht nur bei diesem wunderschönen Wochenende bleiben darf. Wir rufen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, sich aktiv gegen Neonazis zu engagieren. Weiterhin hoffen wir darauf, dass wir viele Menschen am kommenden Samstag bei der „Refugees Welcome“ Demo in Rostock (14 Uhr Saarplatz) wiedersehen werden. Für uns war das Wochenende ein großer Erfolg: So viele Leute bei einem klar antifaschistischen Konzert und das mitten in Vorpommern. Darüber freuen wir uns mächtig den Arsch ab. Abschließend bleibt uns nur zu sagen: Wir können es kaum erwarten gemeinsam mit unseren Freund_innen weitere solche Veranstaltungen in Meck-Pomm aufzuziehen. Wir geben keine Ruhe. Immer weiter auf nach vorn!

(Quelle: Feine Sahne Fischfilet)


(Foto: Kay Özdemir)

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