Verbotene Filme

Eine kritische Auseinandersetzung zum Umgang mit NS-Propaganda-Filmen

Mit dem Beginn des Sommersemesters 2014 geht auch unsere Veranstaltungsreihe “Salon de la Critique“ in eine neue Runde. Nachdem wir als Auftakt am 10. April den Berliner Soziologen und Journalisten Jan Tölva mit einem Vortrag zu “Fußball im Kapitalismus“ im IKuWo begrüßen dürfen, werden wir uns am Samstag, den 12. April 2014 im Cinestar-Greifswald der NS-Filmpropaganda und einer Auseinandersetzung mit deren Umgang widmen. Dazu haben wir folgendes Programm vorbereitet:

16.00 Uhr – 16.30 Uhr
Wissenschaftliche Einführung zu “Jud Süß“

16.30 Uhr – 18.10 Uhr
Jud Süß
(Dieser Film darf nur mit der vorangegangenen Einführung gesehen werden. Nach Beginn der Einführungsveranstaltung um 16 Uhr wird es bis Ende des Films keinen Einlass in den Kinosaal geben.)
Der am 5. September 1940 bei den Filmfestspielen von Venedig uraufgeführte antisemitsche Hetzfilm des Regisseurs Veit Harlan wurde bis 1943 von über 20 Millionen Menschen gesehen. Damit leistete “Jud Süß“ unbestritten einen Beitrag zur Radikalisierung der rassistischen und antijüdischen Politik der Nazis und bereitete das Publikum auf den Holocaust vor. Anders als im Vorspann des Films behauptet, verfälscht der Film die Geschichte des jüdischen Finanzbeamten Joseph Süß Oppenheimer, der unter dem württembergischen Herzog Karl Alexander 1733 zu dessen engstem politischen Berater und fünf Jahre später hingerichtet wurde.

18.45 Uhr – 20.15 Uhr
Verbotene Filme (Felix Moeller, 2014)
Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland 1200 Spielfilme hergestellt. 300 Filme wurden nach dem Krieg von den Alliierten verboten. Über 40 NS-Filme sind bis heute nur unter Auflagen zugänglich – sie werden als Vorbehaltsfilme bezeichnet. Der Umgang mit ihnen ist schwierig: Bewahren oder vernachlässigen, freigeben oder verbieten? “Verbotene Filme“ stellt diese vor und macht sich auf die Suche nach ihrem Mythos, ihrem Publikum und ihrer Wirkung heute – in Deutschland wie im Ausland. Eine visuelle Reise zur dunklen Seite des Kinos.

20.30 Uhr
abschließende Podiumsdiskussion
Auf dem Podium sitzen und diskutieren:
Dr. Felix Moeller
(Regisseur des Films “Verbotene Filme“, promovierter Historiker, Berater bei zahlreichen historischen Dokumentar- und Spielfilmen, Autor und Geschäftsführer der “Blue Print Film GmbH)
Prof. Dr. Wolfgang Wippermann
(Professor für Neuere Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut in Berlin, sein Hauptforschungsgebiet ist die Ideologiegeschichte)
Prof. Dr. Michael North
(Seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald, von 2006 bis 2007 Prodekan der Philosophischen Fakultät sowie von 2007 bis 2010 Prorektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität)

Ab 15 Uhr können die Karten gekauft werden. Der Eintritt kostet 5 Euro. Wir weisen euch darauf hin, dass es nur eine begrenzte Zahl an Plätzen gibt und lediglich rechtzeitiges Erscheinen einen Platz sichert.

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