Salon de la Critique #3

Sommersemester 2014

FUSSBALL UND KAPITALISMUS –
ES GIBT KEINEN RICHTIGEN BALLSPORT IM FALSCHEN

Vortrag und Diskussion mit Jan Tölva
10.04.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Vielen Fußballfans ist die „Kommerzialisierung“ des Sports, respektive des Profifußballs in den oberen Ligen ein Dorn im Auge. Allerorts lassen sich Plakate und Aktionen dagegen finden. Irgendetwas scheint aus der Sicht der Fans falsch zu laufen. Leider verbleibt die Kritik meist jedoch in einer sehr verkürzten Form und ist folglich kaum geeignet, die Probleme wirkungsvoll anzugehen. Im Dunkeln bleibt dabei oftmals, was es eigentlich überhaupt mit dieser „Kommerzialisierung“ auf sich hat. Noch weniger im Fokus steht die Diskussion, woher das Problem rührt und wie der Fußball im kapitalistischen System funktioniert.
Der Vortrag soll aufzeigen, dass auch der Profisport lediglich eine Ware ist, welche auf dem Markt konkurriert. Folglich muss eine Kritik an Verhältnissen innerhalb des Sports stets auch eine Kritik an den herrschenden Verhältnissen implizieren. Daher soll der Vortrag ebenfalls die Widersprüchlichkeiten in Handeln und Argumentieren vieler Fußballfans aufgreifen und darlegen.
Jan Tölva ist Soziologe, freier Journalist und Fußballfan und lebt in Berlin.

Gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

VERBOTENE FILME –
EINE KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG ZUM UMGANG MIT NS-PROPAGANDA-FILMEN

Filme und Podiumsdiskussion
12.04.2014 / 16.00 Uhr / CineStar

Mit einer wissenschaftlichen Einführung werden wir den 1940 uraufgeführten antisemitischen Hetzfilm “Jud Süß“ zeigen. Anschließend präsentieren wir die neue Dokumentation des Regisseurs Felix Moeller “Verbotene Filme“, die sich der Frage widmet, inwiefern der Umgang mit verbotenen Nazi-Propagandawerken noch zeitgemäß ist und ob hier ein Umdenken angebracht wäre.
Dieser Frage wollen wir weiterführend in einer anschließenden Podiumsdiskussion nachgehen. Auf dem Podium sitzen der Regisseur des Films Felix Moeller, der Berliner Professor für Neuere Geschichte Wolfgang Wippermann und Prof. Dr. Michael North, seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald.
Alle Infos und den genauen Ablauf der Veranstaltung findet ihr hier:
https://defiantantifa.wordpress.com/2014/03/31/verbotene-filme/

In Kooperation mit der Linksjugend.SDS.Greifswald und der Rosa-Luxemburg-Stiftung und finanzieller Unterstützung durch den Kulturkosmos Müritz e.V.

I HATE MY FUCKING HOMETOWN
Film der AFA-Youth-Cottbus
24.04.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Ob die jährliche Nazidemonstration, rassistische Übergriffe auf ausländische Studierende oder die erschreckend hohe Stimmabgabe für die NPD bei der U18-Wahl – rechte Strukturen stellen in Cottbus und Umgebung ein allgegenwertiges Problem dar. Wer in Cottbus aufwächst, wird unwillkürlich mit diesem Thema konfrontiert; Alltagsrassismus und Diskriminierungen
gehören für viele Jugendliche zum Aufwachsen dazu.

20 JAHRE ZAPATISTISCHER AUFSTAND DER WÜRDE
Vortrag mit Heike Kammer
22.05.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

“Ya basta! Es reicht!“
Mit diesem Aufruf überraschte die EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) am Neujahrsmorgen 1994 die mexikanische und internationale Öffentlichkeit. Es war der Beginn eines bewaffneten Aufstands und der Forderung nach einem Leben in Würde und Freiheit. Seitdem setzt sich die EZLN mit politischen Mitteln für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos, aber auch generell gegen neoliberale Politik und für eine autonome Selbstverwaltung in Chiapas, dem ärmsten Bundesstaat Mexikos ein.
Die militärische Aufstandsbekämpfung der mexikanischen Regierung hat die Zapatistische Bewegung, auch 20 Jahre nach dem sogenannten „Aufstand der Würde“, nicht zerschlagen können. „Fragend gehen wir voran“ und „gehorchend regierend“ entwickeln zapatistische indigene Bauern in Chiapas autonome und emanzipative Gesellschaftsstrukturen. Ihr Motto „Eine andere Welt ist möglich“ wurde zum Slogan der globalisierungskritischen Bewegung und der Sprecher der linken Guerillabewegung, Subcomandante Marcos, verschaffte der EZLN durch charismatische und kämpferische Botschaften eine besondere Popularität in der internationalen Öffentlichkeit.
Mit einem Lichtbildervortrag und Filmclips wird Heike Kammer vom „Ya-Basta Netzwerk“ aus ihren Erfahrungen in Chiapas berichten und einen historischen Überblick geben.

Heike Kammer ist seit 1987 als zivile Friedensfachkraft der „Peace Brigades“ international in Lateinamerika tätig. Dort begleitete sie lokale MenschenrechtsverteidigerInnen in Mexiko, El
Salvador, Guatemala und Kolumbien. Von 1999 bis 2006 war sie im internationalen Friedensdienst „SIPAZ“ in Chiapas, besuchte Ende 2013 die „Escuelita zapatista“ (Kleine Schule der Zapatistas) und kehrte im April 2014 aus Mittelamerika und Chiapas zurück.
1999 wurde ihr als Auszeichnung ihrer Arbeit der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar verliehen.
Seit 2007 engagiert sie sich in der Friedens- und Menschenrechtsbildung: Sie tourt mit ihrem in Mexiko entwickelten Puppentheater durch die Kindergärten im gesamten Bundesgebiet und berichtet in Vorträgen über die Menschenrechtslage in Lateinamerika.

Gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

MY BODY IS A WEAPON –
SPORT, GESCHLECHT UND GEWALT

Vortrag und Diskussion
05.06.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Beim Sport steht der Körper stark im Vordergrund, daher ist es auch ein Bereich, in dem u.a. Sexismus und Geschlechterrollennormen immer wieder zutage treten und gestärkt werden. Es fängt bei der Jungen/Mädchen-Trennung im Schulsport an und hört bei der öffentlichen Wahrnehmung, welche Sportart zu welchem Geschlecht am besten passt, auf. Auch Gewalt spielt in vielen Sportarten eine Rolle und zeigt sich besonders durch ihre unterschiedliche Sozialisation im Sportverhalten.
Genau darüber möchten wir reden, unsere eigenen Erfahrungen austauschen und uns Gegenbewegungen/-strategien widmen. Ausgehend von Körpernormen, werden wir uns mit Sport, Gewalt und Geschlechtlichkeit in diesem Feld befassen, werden uns geschlechtsspezifische Sportarten anschauen und darüber reden, wie Geschlecht und Gewalt im Bereich Sport hergestellt wird.

MITBESTIMMEN, WOBEI?

Vortrag und Diskussion
19.06.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Demokratie gilt im vorherrschenden Diskurs oftmals unhinterfragt als gut. Steht sie doch einmal in der Kritik, dann zumeist lediglich deshalb, weil es noch zu wenig davon gebe. Sie legitimiert sich mittels Verfahren sowie Verweisen auf andere frühere und aktuelle Herrschaftsformen. In dem Sinne ist es zu verstehen, dass Winston Churchill einst verkündete, die Demokratie sei die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme jener, die die Menschen von Zeit zu Zeit ausprobiert haben. Die Gründe für etwaige Missstände werden zumeist nicht in der Demokratie selbst verortet, schließlich ist sie dem Denken als gut vorausgesetzt, sondern werden ihrer fehlerhaften Verwirklichung zugeschrieben. Zudem soll das Augenmerk im Laufe der Veranstaltung auf die Frage gerichtet werden, wobei jene, die zur Mitbestimmung berechtigt sind, überhaupt mitbestimmen dürfen.

NSU-WATCH –
EINE BESTANDSAUFNAHME ANLÄSSLICH DES MÜNCHNER NSU-PROZESSES

Vortrag und Diskussion mit dem apabiz
03.07.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass sich der “Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) selbst enttarnte. Die rechtsterroristische Gruppe war über ein Jahrzehnt aktiv und mordete jahrelang, ohne dass ihre Existenz der Öffentlichkeit bekannt war. Im Mai 2013 begann ein erster Prozess gegen die überlebenden mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer. Gleichzeitig endeten zwei der vier parlamentarischen Untersuchungsausschüsse.
Der Abend dient dem Versuch einer Bestandsaufnahme und zeigt, welches Bild sich heute vom NSU zeichnen lässt. Außerdem wollen wir die Möglichkeit geben, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex Antworten zu finden.

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