Neonazikader Marcus G. verurteilt

120 Demonstrierende gegen rechte Gewalt vor Greifswalder Amtsgericht

Heute Vormittag fand am Amtsgericht Greifswald die Verhandlung wegen Körperverletzung gegen den Greifswalder Neonazi Marcus G. statt. Dieser hatte am 29.7.2013 bei einer NPD- Kundgebung auf dem Greifswalder Markt einen Gegendemonstranten angegriffen und verletzt. Gut dokumentiert findet sich der Vorfall hier (Link).
Zum ersten Verhandlungstermin war G. auf Grund einer Krankschreibung spontan nicht erschienen. Heute verurteilte das Gericht den Neonazi zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen á 20 Euro; Hinzu kommen angefallene Gerichtskosten, sowie die Anwaltskosten des Geschädigten.

Die Strategie Marcus G.s war es offensichtlich, sich selbst als Opfer des antifaschistischen Protestes auf dem Markt zu inszenieren, der mit dem Übergriff lediglich seine Freundin Nicole B. schützen wollte. Diese begleitete ihn dann auch zum Prozess und fiel vor allem durch „nebulöse Äußerungen“ (Zitat der Richterin) im Zeugenstand auf, die nicht wirklich zur Entlastung Gutsches beitragen konnten. Bezeichnend ist auch, dass Nicole B. direkt auf der Anklagebank Platz nehmen wollte und nicht einmal mehr in der Lage war, die angebliche Bedrohungssituation darzustellen.

Sowohl im Gerichtssaal, als auch vor dem Gebäude selbst sahen sich Verurteilter und Freundin 120 Gegendemonstrant_innen gegenüber, die dem Aufruf des Bündnisses „Greifswald Nazifrei“ folgten, um Solidarität mit dem Betroffenen des Übergriffs zu signalisieren und ein deutliches Zeichen gegen Nazis und ihre Gewalt zu setzen. Selbst das Studierendenparlament der Universität Greifswald erließ im Vorfeld den Beschluß, alle Studierenden zur Teilnahme an der Protestkundgebung aufzufordern. Wir hoffen, dass die Universität auch weiterhin darum bemüht ist rechter Gewalt etwas entgegenzusetzen und die eigene Immatrikulationsordnung ernst genug nimmt, um den Fall Marcus G. auch auf diesem Weg noch einmal zu verhandeln!

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