Gegen den Abriss

Solidarität mit der Initiative Brinkstraße 16-17

In einer kapitalistischen Verwertungslogik gibt es immer Verlierer, so auch die BewohnerInnen und Menschen der Initiative Brinkstraße 16-17. Der neue Eigentümer der Häuser plant den Abriss um ein mehrstöckiges Haus mit Eigentumswohnungen zu bauen. Das in dem Häuserkomplex noch reges Leben herrscht kümmert den neuen Eigentümer wenig. Trotz dem seit 2008 existierenden Bioladens „Sonnenmichel“, den Werkstätten, Remisen, Gärten und Wohnungen im Haus, die bis vor einiger Zeit auch noch bewohnt waren, soll der Abriss stattfinden. An einem Ort des Zusammentreffens, Lernens und auch ein Ort den viele Menschen als Rückzugsort genutzt hatten. Nun soll ein weiterer Neubauklotz entstehen der wenige reich macht, aber viele Menschen, die Kraft und Energie in die Initiative gesteckt haben, umso ärmer.

Die Brinkstraße 16-17 ist nicht das erste Projekt, dem der Abriss droht. Auch die Straze stand kurz vor dem Abriss. Ein Haus das früher für unzählige Vereine und Initiativen Platz zur Verfügung stellte. Die AVILA-Gruppe, die das Haus damals kaufte, präsentierte umgehend nach dem Kauf Neubaupläne und verweigerte die Betretungserlaubnis für die Bürgerinitiative, was die Sanierungsplanung unmöglich machte. Kurz darauf wurde mit ungenehmigten Abrissarbeiten begonnen. Die Verkaufspreise für Bürgerinitiative und Stadt kletterten auf über das Dreifache des Kaufpreises, während das Haus langsam aber stetig zerfiel. Eine völlig unangemessene Wertsteigerung des Objekts. Die AVILA-Gruppe mit den Petruswerken stehen für überteuerte Studierendenzimmer(400 Studierendenzimmer a 10m² im sogenannten Akademiepark zur Warmmiete von 349,00€), ein Vier-Sterne-Hotel statt altem Speicher am Hafen und den Erwerb eines 13 Hektar großen Grundstücks am Ryck, welches aufgrund seiner Lage als „Gebiet mit Zukunftspotenzial“ gilt. Der Entwurf für dessen Nutzung, Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs, wird jedoch keine Berücksichtigung finden.

Die Parallelen zur Brinkstraße 16-17 lassen sich hier deutlich erkennen. Verfall von Freiräumen und Kultur in Greifswald. Die Stadt braucht keinen weiteren Wohnkomplex, der den Mietspiegel nach oben drückt. Die Stadt Greifswald orientiert sich seit dem letzten Jahr eindeutig am höchsten Mietpreisniveau und nicht wie vorher am Durchschnitt des Mietspiegels. Und dies auch für Wohnungen ohne Sammelheizung und separatem Bad, mit dem WC außerhalb der Wohnung.
Ein weiterer Grund für die Mietspiegelerhöhung, vorallem bei Studentenwohnungen, ist die Grundstücksvermarktung der Stadt Greifswald. Private Anbieter wie zum Beispiel das bereits erwähnte Petruswerk haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Grundstücke gekauft und somit den Markt für Studentenwohnungen erschlossen. Diesen Prozess hat auch die Landesregierung mit zu verschulden, die sich komplett aus der Förderung beim Bau von Wohnungen durch das Studentenwerk zurückzog. Und dies trotz der Tatsache, dass Greifswald bereits vor einigen Jahren auf Platz zwei der höchsten Mieten in ganz Deutschland lag. Wohnen soll bezahlbar sein und Freiräume sollen bestehen können, egal an welchem Ort.

Aus gegebenem Anlass wird es heute, Dienstag den 30.09.2014 eine Demo zum Erhalt Sozialer Wohnräume geben. Wir hoffen, dass ihr zahlreich erscheint und euch mit der Brinkstraße 16/17 solidarisch zeigt. Start ist um 17.00 Uhr am Amtsgericht Greifswald.

Weiterhin wird am Donnerstag, den 02.10.2014 vor dem Amtsgericht der Termin für die Zwangsräumung des Bioladen „Sonnenmichel“ verhandelt. Es wird eine Mahnwache geben, um auf Missstände und Probleme der Mietpreispolitik, der Immobilienspekulation und zum Erhalt sozialer Wohnräume aufmerksam zu machen.

Wir fordern:
Häuser denen, die darin Leben!
Stoppt den Bauwahn und erhaltet die wenigen Freiräume, die es in unserer Stadt gibt!

Wir solidarisieren uns mit dem Protest der Initiative Brinkstraße 16-17!

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