SALON DE LA CRITIQUE #4

Wintersemester 2014/2015

VERBOTENE FILME –
EINE KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG ZUM UMGANG MIT NS-PROPAGANDAFILMEN

Filme und Podiumsdiskussion
18.10.2014 / 16.00 Uhr / Pommersches Landesmuseum

Mit einer wissenschaftlichen Einführung werden wir den 1940 uraufgeführten antisemitischen Hetzfilm “Jud Süß“ zeigen. Anschließend präsentieren wir die neue Dokumentation des Regisseurs Felix Moeller “Verbotene Filme“, die sich der Frage widmet, inwiefern der Umgang mit verbotenen Nazi-Propagandawerken noch zeitgemäß ist und ob hier ein Umdenken angebracht wäre. Dieser Frage wollen wir weiterführend in einer anschließenden Podiumsdiskussion nachgehen. Auf dem Podium sitzt u. a. der Regisseur des Films, Felix Moeller.
Alle Infos und den genauen Ablauf der Veranstaltung findet ihr hier.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und finanzieller Unterstützung durch den Kulturkosmos Müritz e.V.

DIE ROTEN MATROSEN –
HINTERGRÜNDE UND GESICHTER

Vortrag mit Bernd Langer
30.10.2014 / 20.00 Uhr / Koeppenhaus

Die Novemberrevolution 1918 begann mit einer Matrosenrevolte am 04. November in Kiel und breitete sich als spontane Volkserhebung über das ganze Land aus. Am 09. November erreichte die Entwicklung mit der Flucht des Kaisers und der Verkündung der Republik ihren Höhepunkt. Die „roten Matrosen“ traten vielerorts als bewaffnete Hüter der neuen Ordnung in Erscheinung. In Berlin wurde die mehrere tausend Mann starke „Volksmarinedivision“ ins Leben gerufen. Mit den Weihnachtskämpfen 1918 erlangte diese Division einen legendären Ruf. Ihr Ende fand sie bereits 1919 durch das von Freikorps gegen die Linken durchgeführte Märzmassaker.

Mit Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

ÜBER 20 JAHRE GROßES DEUTSCHLAND
Satirische Lesung mit Rainer Trampert und Thomas Ebermann
06.11.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Fast ge­nau­so lange sind Rai­ner Tram­pert und Tho­mas Eber­mann nun schon mit ihrer sa­ti­ri­schen Le­sung auf der Bühne. Die bei­den wer­den einen Quer­schnitt aus der Samm­lung ihrer Stü­cke bie­ten, die zu „20 Jah­ren deut­sche Ein­heit“ und dem 3. Ok­to­ber pas­sen. Ein Rück­blick vol­ler Über­ra­schun­gen, bei dem es je nach Laune um eine deut­sche Stadt im Schwarz­wald, deut­sche Flag­gen­pa­ra­den auf Fuß­ball­fes­ten, die Leit­kul­tur am Bei­spiel einer Wag­ner-​Oper, die Eh­rung eines be­rühm­ten Fuß­ball­spie­lers, sau­be­re Häu­ser­wän­de, die Rück­kehr der Hirn­for­schung zur Schä­del­mes­sung, die neuen Eli­te-​Unis, eine Nach­be­trach­tung zum deut­schen Herbst, deut­sche Mär­chen, einen deut­schen Trou­ba­dour oder um etwas an­de­res aus dem reich­hal­ti­gen Pro­gramm gehen wird.

Mit Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

DIE HOFFNUNG IST EIN HUNDESOHN
Lesung mit Marcus Staiger
20.11.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

„Das ist das Schlimmste, was man haben kann: Hoffnung. Weil die stirbt nie und verarscht dich doch immer wieder. Die Hoffnung ist ein Hundesohn.“

Sein erstes Buch „Die Hoffnung ist ein Hundesohn“ ist ein fiktiver Roman, die Handlung spielt am Wochenende der Bundestagswahl 2012. Nachdem die Proteste in Leipzig 1989 in einem Massaker endeten, ist Deutschland immer noch geteilt. Im Kanzleramt in Berlin sitzt Helmut Kohl und da will er noch weitere vier Jahre bleiben. Das Internet wird zensiert, die Grünen sind verboten, die Geheimdienste haben alle Hände voll zu tun, die Ausländer sind in Ghettos in Neukölln und Kreuzberg eingepfercht, ausländische Kinder dürfen nicht zusammen mit den deutschen Kindern auf die Schule und regelmäßig werden Ausländer medienwirksam über die DDR in den Osten abgeschoben.

DIE ANTIFA. SZENE ODER BEWEGUNG? –
VERSUCH EINER STANDORTBESTIMMUNG

Vortrag
11.12.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Im April veranstaltete die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) noch die Konferenz „Antifa in der Krise“ mit. Im Sommer 2014 erklärte die Gruppe nach über 10 Jahren des Bestehens ihre Selbstauflösung. In ihrem Schreiben zur Auflösung wiederholte die Gruppe ihren Befund, die klassische Antifa-Bewegung befände sich in einer Krise. Die tradierten Konzepte griffen nur noch bedingt und seien eher als Stillstand und Phrasendrescherei zu werten. Die Auflösungserklärung zog eine Reihe von Kommentaren und Nachrufen in linken Zeitungen nach sich. Dort war unter anderem zu lesen, dass ein erheblicher Teil des Problems an welchem die Gruppe letztendlich scheiterte darin besteht, dass „Die Antifa“ keine politische Bewegung mehr sei, sondern eine zur »Szene« herabgesunkenen Antifasubkultur.
Die Veranstaltung versucht dieser Argumentation nachzuspüren und zu erklären was der Unterschied zwischen einer Bewegung und einer Szene ist und warum dieser Unterschied für die Krisenbefunde in der Antifa relevant sein könnte.


AUSWIRKUNG UND BEDEUTUNG STAATLICHER REPRESSION AUF LINKE STRUKTUREN

Vortrag
22.01.2015 / 20.00 Uhr / IKuWo

Die meisten Aktivist_innen in linken Strukturen, Initiativen und Zusammenhängen wissen um die Bedeutung staatlicher Repression. Linksradikale Theorie, Kritik und Praxis steht stets im Widerspruch zum staatlichen Herrschaftsanspruch, überall dort, wo es zu politischen Konflikten kommt, legt das staatliche Gewaltmonopol die Bedingungen des Protestes fest. „Soziale Auseinandersetzungen und sozialer Wandel erfolgen immer unter dem Vorbehalt des im Gewaltmonopol verankerten Herrschaftsinteresses, das die Spielregeln ausgibt und das Spiel zu beenden, jedenfalls zu suspendieren vermag“, fasste Wolf-Dieter Narr es 1980 treffend zusammen. Dabei rückt die staatliche, in der Regel also die polizeiliche Protestkontrolle in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Forschung. Der Vortrag beginnt mit einem Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema „policing of protest“. Anschließend wird ausgehend von der Erfahrung mit Repressionen in lokalen Zusammenhängen die Auswirkung von Repression bzw. dem „protest policing“ auf die politische Arbeit, das Individuum und dessen Sozialität vorgestellt. Nach der Hervorhebung und Verdeutlichung dieser Ebenen der Auswirkungen auf Aktivist_innen, soll sich die abschließende Diskussion dem Thema widmen, wie linke Theorie und Praxis angepasst werden kann, um Repression vorzubeugen, Betroffene zu unterstützen und linke Gruppen handlungsfähig bleiben können.

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