Kein Bock auf Nazis

Zum Umgang mit Nazis auf Veranstaltungen

Anfang Juni begrüßte Greifswald Prof. Dr. Lann Hornscheid (HU Berlin) zu einem Vortrag über die Vision einer diskriminierungsfreien Sprache. Statt jedoch neueste Sprachveränderungsvorschläge diskutieren zu können, sahen sich einzelne BesucherInnen genötigt die Veranstaltung frühzeitig zu verlassen, da es offensichtlich nicht im Interesse der VeranstalterInnen schien einen bekennenden Burschenschafter und Neonazi aus selbiger zu entfernen. Ein derartiger Umgang mit Nazi-Aktivisten stößt bei uns auf Unverständnis und soll Anlass für folgenden Text sein.
Immer wieder nutzen Neonazis Vorträge, Workshops – diverse Veranstaltungsformate linken und emanzipatorischen Charakters – um Informationen über politische GegnerInnen zu sammeln. Personen die von ihnen als Feindbilder ausgemacht werden, werden anschließend verfolgt, fotografiert, ausspioniert und nicht selten kommt bzw. kam es in der Vergangenheit auch in Greifswald zu gewaltätigen Übergriffen durch Neonazis! Durch die Duldung extrem rechter Personen durch die VeranstalterInnen entsteht also eine unnötige Bedrohungssituation, Menschen werden eingeschränkt und bedrängt.
Weiterhin dienen diese „Besuche“ der so genannten „Wortergreifungsstrategie“ der NS-Szene. Diese propagierte der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt eigens in seiner Rede zum Bundesparteitag 2004: „Drängen wir ihnen unsere Gedanken auf, ja zwingen wir sie dazu, sich mit uns, unseren Forderungen und Zielsetzungen zu beschäftigen.“ Nach außen wird dieses Vorgehen als gewöhnliche Teilnahme am demokratischen Meinungsbildungsprozess verkauft. Es sollte jedoch auf der Hand liegen, dass den menschenverachtenden und der Meinungsfreiheit grundsätzlich feindlich gesonnenen Positionen von Neonazis kein Forum zu bieten ist.
Wir möchten an dieser Stelle Veranstalter_innen dafür sensibilisieren, bereits am Eingang darauf zu achten, dass sich keine Neonazis unter das Publikum mischen. Wenn dies in der Veranstaltungsankündigung eindeutig formuliert ist, ist es einfach: ohne Probleme sind sie des Veranstaltungsortes zu verweisen.

 Wer kein Bock auf Nazis hat, sollte auch danach handeln!

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