Archiv der Kategorie: Defiant

SEEBRÜCKE – Schafft sichere Häfen

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft! Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte, und sichere Häfen.

Die SEEBRÜCKE ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind.

Auch in Greifswald gab es mit einer Kundgebung auf dem Markt und verschiedenen Aktionen rund um das Fischerfest Gaffelrigg schon zwei Aktionen, um die Initiative zu unterstützen, denn #seenotrettungistkeinverbrechen!

Schafft sichere Häfen! Kundgebung auf dem Marktplatz in Greifswald from Seebrücke Greifswald on Vimeo.

weitere Infos zur Kampagne: https://seebruecke.org/wp/
weitere Infos zu den Aktionen in Greifswald: https://de.indymedia.org/node/22656

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Kein Schlussstrich

Kundgebung am 11.07. zur Urteilsverkündung im NSU-Prozess

„Eines aber können wir tun: Nicht aufhören zu fragen.
Wir alle sollten auch nach diesem Prozess nicht aufhören, nach Antworten zu suchen. Vielleicht werden wir nie alles erfahren, aber wir werden die unzähligen Puzzleteile sammeln und zusammenfügen, bis das Bild der Wahrheit vor unseren Augen zu erkennen ist.
Dann müssen auch alle anderen hinsehen.“

… aus dem Schlußplädoyer von Yvonne Boulgaridis im NSU-Prozess

tagx

Update zum Salon de la Critique

ACHTUNG folgende Veranstaltung findet NICHT am 21.06. sondern am 22.06. um 20.00 Uhr im Ikuwo (Goethestraße 1, 17489 Greifswald) statt:

Dias de lucha, Dias de Luto – Unter dem Plastik der Strand

Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit dem Interbrigadas e.V. und der Regisseurin Aline Juárez

Auf der letzten Reise des Berliner Vereins Interbrigadas e.V. zur
Basisgewerkschaft SOC-SAT in das Plastikmeer von Almería ist der Film „Días de Lucha, Días de Luto – Unter dem Plastik der Strand“ entstanden.
Die Gewerkschaft arbeitet in Andalusien mit vor allem migrantischen TagelöhnerInnen zusammen, die unter widrigsten Bedingungen einen Großteil des Gemüses produzieren, das wir täglich in europäischen Supermärkten kaufen und kosumieren.
Die ArbeiterInnen leiden massiv unter dem kapitalistischen Ausbeutungsverhältnis und sind zugleich Opfer rassistischer Übergriffe seitens der spanischen Mehrheitsgesellschaft
und ihrer Institutionen. Zu Beginn ihres einmonatigen Aufenthalts in Almería lernten die Brigadist*innen 22 Arbeiter*innen kennen, die aus einem Gewächshausbetrieb entlassen wurden. Sie wurden auf die Straße gesetzt, weil sie sich zuvor mit Hilfe der Gewerkschaft gegen ihre präkeren Arbeitsbedingungen erfolgreich zur Wehr setzten. Die Brigadist*innen begleiteten und unterstützten den Arbeitskampf der 22 und bauten eine innige, solidarische Beziehung zu ihnen auf. Im Zentrum des Films stehen zum einen die 22 Arbeiter*innen und der tragische
Todesfall des Marokkaners Hamid M., der bei einer Polizeikontrolle ums Leben kam.

Im Anschluss an den Film wollen wir mit euch über die Produktions- und Beschäftigungsbedingungen der LandarbeiterInnen und die Perspektiven des Widerstands ins Gespräch kommen. Wir wollen diskutieren was wir hier in
Deutschland konkret tun können, um gemeinsam für eine Veränderung der menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen in Almería einzustehen.

Do you care?

Redebeitrag der Gruppe Defiant

Als Kampftag der Arbeit ist der 1. Mai ein festes Datum organisierter Proletarier_innen. Die popularisierten Themen reichen vom gewerkschaftlichen Kampf für bessere Bedingungen am Arbeitsplatz bis zur Dekonstruktion der Warengesellschaft und dem Streben nach ihrer Überwindung. Im Fokus liegt dabei allerdings selten die Arbeit, die die Arbeitskraft und das Soziale insgesamt reproduziert. Gemeint sind alle Tätigkeiten der personenbezogenen Selbst- und Fürsorge, auch Sorgearbeit oder kurz Care genannt. Dazu zählen Arbeiten im Haushalts- und Wohnbereich, Pflege, Gesundheitswesen, Erziehung/Bildung, Assistenz sowie Sexarbeit. Obwohl sie essentielle Bestandteile jeder Gesellschaft sind, gilt Sorgearbeit als unproduktiv und nicht wertschöpfend, weil sie keinen Warenwert erzeugt, sondern der Gewinn in scheinbar außerökonomischen Werten wie Zufriedenheit und sozialem Zusammenhalt besteht. Menschliche Bedürfnisse spielen im Kapitalismus eben nur insofern eine Rolle, als sie für die Herstellung einer flexiblen, leistungsstarken, gut einsetzbaren Arbeitskraft von Bedeutung sind. Dabei sind alle Menschen in hohem Maße z.B. in der Kindheit oder bei Krankheit, aber auch im Alltag auf Unterstützung anderer angewiesen.

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Häuser denen, die drin wohnen

Redebeitrag der STRAZE

Liebe Anwohner_innen, liebe Greifswalder_innen und alle, die mit uns heute, am Internationalen Kampftag der Arbeiter_innen, auf der Straße sind. Dieser Tag heute hat eine lange Tradition – seit Menschen angefangen haben sich gegen ihre Ausbeutung aufzulehnen, seit Menschen angefangen haben sich ihre rechte am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft zu erkämpfen, seit Menschen sich, ob arbeitend oder nicht, für eine gerechtere und freiere Gesellschaft einsetzen – gegen den Kapitalismus mit seiner Profitgier und Verwertungslogik.
Zu ihren Errungenschaften können die Beschränkung der Arbeitszeit, Recht auf Urlaub, Krankenversicherung, Rente, aber auch die noch immer nicht abgeschlossene Gleichstellung von Mann und Frau, sowie das Recht auf Bildung gezählt werden. Wir haben heute schon gehört, wie beschwerlich der Kampf schon immer war. Er hat viele Opfer gefordert und wird vielleicht nie vorbei sind.

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Pressemitteilung zur heutigen 1. Mai Demo

Am heutigen 1. Mai versammelten sich am Greifswalder Südbahnhof 250 Menschen für die von der Antifagruppe Defiant organisierten Demo unter dem Motto „Zukunft statt Profite“ .
Während die Teilnehmer_innen nach und nach eintrafen, wollten es sich zwei Zivilbeamte der Mobilen Aufklärung Extremismus (MAEX) nicht nehmen lassen, sich unter die Masse mischen. Einige Antifaschist_innen stellten diese zur Rede, was die Beamten sichtlich beunruhigte und sie zu fadenscheinigen Ausreden zwang. Letztlich entfernten sich diese und die Demo konnte Aufstellung nehmen.
Nach den einführenden Grußworten folgte ein erster Redebeitrag u.a. zur Rolle der Jobcenter im System Kapitalismus. Es wurde zur Sprache gebracht, dass nicht angebliche „Schmarotzer“ oder Arbeitslose das Problem in unserer Gesellschaft sind, sondern vielmehr fehlende Solidarität und das Abspeisen der „Armen“ mit HartzIV und unwürdigen Jobs. Nach diesen inhaltlichen Beiträgen setzte sich der Demozug in Bewegung. Durch die Hertzstraße und den Ernst-Thälmann-Ring schallte lautstark „Wir wollen Zukunft statt Profite, hoch mit dem Lohn und runter mit der Miete!“. Am Einkaufszentrum im Thälmann-Ring folgte eine historische Einordnung des 1. Mai, insbesondere die faschistische Vereinnahmung dessen, sowohl in der Vergangenheit als auch Gegenwart. Unter lauten Sprechchören zog es die Demo immer weiter in das Herz von Schönwalde. Am Stadtteilzentrum „Schwalbe“ stieß ein Redebeitrag zum Thema „sozialer Wohnungsbau in Greifswald“ auf großes Interesse, sowohl in den Fenstern als auch auf der Straße. Insbesondere die zunehmende Entmischung in Greifswald, dürften viele Anwohner_innen bereits am eigenen Leib erfahren haben. Während die Innenstadtmieten konstant steigen und neuer Wohnraum selten bezahlbar ist, muss man in Schönwalde und dem Ostseeviertel nehmen, was man bekommt.
Während „Hoch die internationale Solidarität“ von den Wänden der Plattenbauten widerhallte, zog es die AktivistInnen über die Makarenko- und Anklamer Straße zum Universitätsklinikum.
Hier folgte ein Redebeitrag zur Situation der Care-Arbeit. Ob nun steigende Arbeitsbelastung bei gleichem Lohn oder die Behandlung kranker Menschen als profitable Einnahmequelle, Arbeitnehmer_innen im Bereich der Sorge- und Reproduktionsarbeit stehen enorm unter Druck und werden oftmals an die Grenze ihrer Belastbarkeit getrieben. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar!
Auf dem letzten Stück der Demonstration zur Europakreuzung spielten einige Hausbewohner_innen, die sich solidarisch mit der Demo zeigten und gerade selbst mit ihrem Vermieter streiten, für die anwesenden Demonstrant_innen „Bella Ciao“, wofür sich diese mit lautstarkem Jubel bedankten. Die Abschlusskundgebung fand auf der Europakreuzung statt, wo die Aktivist_innen der Basisgewerkschaft IWW Rostock sich mit einem ausführlichen Redebeitrag an die Anwesenden wandten und diese ermutigten, sich Abseits der großen Gewerkschaften wie DGB und Verdi zu organisieren und zu wehren.
Die Demoteilnehmer_innen bewegten sich anschließend in Richtung Marktplatz, wo das Kulturfest des Bürgerbündnisses „Greifswald für alle“ unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit“ stattfand.

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