Salon de la Critique

Identitäre Bewegung – ein Einblick in die neurechte Jugendbewegung

24.11.2016 | 20 Uhr | IKuWo

Jugendlichkeit, Aktionismus, Popkultur, Corporate Identity – mit diesen Alleinstellungsmerkmalen versucht sich die neurechte Jugendbewegung „Identitäre Bewegung“ von alteingesessenen rechten Strukturen, wie Kameradschaften oder Parteikonstruktionen abzuheben.
Anstatt offen den Nationalsozialismus zu propagieren, versuchen sie unterschwellig eine Diskursverschiebung und damit eine positive Besetzung des Begriffs. Der Vortrag soll einen Einblick in die neurechte Jugendbewegung bieten. Dabei werden sowohl deren Vorstellungen und Ideale thematisiert, als auch die lokalen Strukturen ein wenig beleuchtet.

Aktionstraining

04.12.2016 | 11 – 18 Uhr | IKuWo
in Zusammenarbeit mit dem KommunikationsKollektiv (KoKo)

Es gibt verschiedene Aktionsformen, legitime Mittel um Öffentlichkeit für ein Thema zu erreichen, Forderungen Nachdruck zu verleihen und der Propaganda menschenverachtender Gruppen etwas entgegen zu setzen. Dazu besprechen und üben wir verschiedene Aktionsformen. Außerdem behandeln wir die Bildung von Bezugsgruppen und die schnelle Konsensfindung auf einer Aktion. Auch rechtliche Fragen, der Umgang mit Verletzungen und mit traumatischen Erlebnissen können besprochen werden.

Kunst und Kampf

08.12.2016 | 20 Uhr | IKuWo
Bernd Langer stellt sein Buch vor (erschienen im August 2016)

In den 1980er Jahren wird Kunst und Kampf (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der antifaschistischen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der
jedoch immer auch individuelle Züge trägt.
Das Buch streift die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.

Ideengeschichtlich bezieht sich KuK auf die Renaissance, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt und Religion und Hierarchien infrage stellt. Ein wichtiger Bezugspunkt ist dabei der deutsche Bauernkrieg. Wesentlichen Raum nimmt außerdem die Auseinandersetzung mit den sich als avantgardistisch verstehenden Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts ein. Außerdem wird die Entstehung des Faschismus und sein Bezug auf die Futuristen dargestellt, genauso wie eine kritische Auseinandersetzung mit dem realsozialistischen Stil geführt wird.

Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung

15.12.2016 | 20 Uhr | IKuWo
Vortrag der IWW (Industrial Workers of the World)

Der allgemeinen Verschlechterung der Lebenslage für alle Lohnabhängigen in der BRD der letzten 25 Jahre konnten die Mainstream Gewerkschaften wie der DGB nichts entgegensetzen und wollten es eigentlich auch nicht so richtig. Aber auch von linker (gewerkschaftlicher) Seite waren die Versuche dem etwas entgegen zu setzen, begrenzt. Oft genug scheinen die Organisierungsbemühungen wenig von Erfolg gekrönt zu sein. Viele Linke in der BRD sind deshalb auch der Meinung, dass es gerade im prekären Niedriglohnbereich nicht möglich ist, sich mit KollegInnen zusammen zu organisieren. Das dem nicht so sein muss, zeigen die Erfolge der IWW in der BRD. Wir haben zwei Aktivistinnen der IWW aus Rostock eingeladen. Sie werden die gesetzlich verbrieften Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung schildern, diese bewerten und darstellen warum es für uns als radikale Linke um mehr geht als einfach nur auf das Gesetz zu pochen.

Antifa in der Provinz

12.01.2017 | 20 Uhr | IKuWo

In den letzten Jahren lösten sich mehrere große Antifa-Gruppen auf. Angesichts der über 500 Angriffe und fast 1000 rechten Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte, sowie der erschreckend hohen rassistischen Mobilmachung in ländlichen Gebieten ist dies ein womöglich fatales Signal. Was sind Probleme ländlicher Antifa-Gruppen, wo gibt es Grenzen und wie können sie unterstützt werden.

Volk, Wille und Herrschaft – zum Demokratieverständnis Völkischer am Beispiel PEGIDA

19.01.2017 | 20 Uhr | IKuWo

„Wir sind das Volk“, aus dieser Losung leitet die Pegida-Bewegung ihren Anspruch darauf ab, dass die Regierung ihren, und nur ihren Willen umsetzen müsse. Wer das nicht tut oder eine andere Meinung vertritt, wird als Diktatorin oder Volksverräter gebrandmarkt. Das Volk scheint einen klaren Willen zu haben, der nicht erst ausdiskutiert werden muss, und dem die Politik folge zu leisten hat. Aber wie kommt Pegida auf die Idee, dass genau das Demokratie bedeuten würde?

Dieses Bild von Demokratie ist nicht einfach dumm oder vulgär, wie es teilweise beschrieben wurde; vielmehr entspricht es dem völkischen Ideal von Gemeinschaft bei Pegida. Zeigen lässt sich das am besten am Begriff Volkssouveränität. In ihm drücken sich die Ideen homogener, geschlossener Gemeinschaft und deren souveräner Herrschaft aus. Das Volk befielt, die Politiker*in führt aus und zwar mit harter Hand. Die Souveränität des Volkes macht es wiederum nötig, dieses genau abzugrenzen und zu vereinheitlichen. Der völkische Nationalismus bei Pegida und ihre autoritären Ordnungsvorstellungen sind also nicht zu trennen, sondern im Prinzip der Volkssouveränität verbunden. Daher sollte auch linke Kritik an Pegida nicht beim Rassismus der Bewegung stehen bleiben, sondern sich mit ihrem Konzept von Volksherrschaft beschäftigen.

Im Vortrag werden die Idee ‚Volkssouveränität‘ und die Vorstellung politischer Ordnung anhand von Pegida-Reden erläutert.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: