Was Phase ist

Derzeit ist ja einiges los und wir wollen hier mal kurz einen Überblick geben was jetzt eigentlich Phase ist.

Neubrandenburg

Am 1. Mai werden wir gemeinsam mit Greifswald Nazifrei nach Neubrandenburg fahren, um die dortigen Proteste gegen den geplanten Naziaufmarsch zu unterstützen. Unsere anfangs gemieteten Busse sind bereits ausverkauft und ein weiterer wurde noch zusätzlich organisiert, um es möglichst allen NazigegnerInnen zu ermöglichen mitzukommen.
Die NPD hat mittlerweile die ursprünglich geplante Route durch die Oststadt aufgegeben und mobilisiert nun in die Ihlenfelder Vorstadt. Noch 2009 lehnten die Nazis das Gebiet für eine Demonstration ab, da es für sie nicht attraktiv genug war. Angesichts dessen kann man von einem ersten kleinen Erfolg sprechen.
Es gibt nur noch ganz wenige Tickets, also beeilt euch!

Demmin

Auch nach Demmin werden wir in diesem Jahr einen Ausflug unternehmen, um den 8. Mai, den Tag der Befreiung, gebührend zu feiern und somit den Nazis gehörig in die Suppe zu spucken. Dafür wird uns wieder ein Bus zu Verfügung stehen. Da wir erst am Nachmittag starten werden, sollte es auch SchülerInnen möglich sein sich uns anzuschließen.
Die Tickets für Demmin wird es ab nächster Woche für zwei Euro zu kaufen geben. Außerdem findet am 2. Mai um 19 Uhr im IKuWo (Goethestraße 1) eine Info-Veranstaltung statt.

Rassistische Übergriffe in Greifswald

Pressemitteilung vom 24.04.2012

Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, ereigneten sich in der Makarenkostraße mehrere Übergriffe auf ausländische Studierende und ein islamisches Kulturzentrum.[1] So wurde in der Nacht vom 17. zum 18. März einer indonesischen Studentin Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, nachdem sie das Fenster öffnete, an das die Täter_innen zuvor geklopft hatten. Nur wenige Tage später wurde ein Fenster des Islamischen Kulturzentrum Greifswald zerstört, das sich im gleichen Gebäude befindet, wie ein Hörsaal der Uni und dem studentischen Club Kiste. Außerdem kam es zu Versuchen gewaltsam in das internationale Studierendenwohnheim einzudringen und erst in der letzten Woche wurde ein Student auf dem Nachhauseweg von mehreren Personen rassistisch beleidigt und mit einer Bierflasche beworfen. Die Person konnte sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Polizeisprecher Axel Falkenberg kann hierbei keine Häufung von Übergriffen erkennen, da der Polizei lediglich drei Vorfälle mit ausländerfeindlichem Hintergrund bekannt sind. Immerhin drei Übergriffe innerhalb eines Monats und dies sind nur die Fälle, bei denen Anzeige erstattet wurde. „Hier offenbart sich der rassistische Normalzustand mit dem ausländische Studierende und Migrant_innen in Greifswald und speziell in Schönwalde konfrontiert sind.” so Katharina Lang, Pressesprecherin der antifaschistischen Gruppe Defiant.

“Dafür häufen sich Propaganda-Delikte”

Weiterhin stellt Herr Falkenberg fest, dass es in den letzten Jahren kaum Angriffe auf Migrant_innen gegeben hat, jedoch eine Zunahme der Propagandadelikte zu verzeichnen ist. Das mag mit der Statistik so konform gehen. Allerdings blenden solche Aussagen das eigentliche Problem aus, dass es in Greifswald Neonazis gibt, die rassistische, antisemitische und geschichtsrevisionistische Propaganda betreiben. Ob nun auf ihrer Internetseite, mit Flyern, auf Demonstrationen oder durch Aufkleber und Graffiti im Stadtbild. In letzter Konsequenz führt ihre Hetze zu Gewalt. Ob diese nun von denen begangen wird, die das ideologische Grundgerüst für solche Taten bereit stellen oder von jenen, die den Schwachsinn am Ende glauben ist dabei irrelevant. Das Ergebnis ist dasselbe. Es entsteht eine Situation der Angst in der diejenigen, die in das Feindbild der Neonazis passen, sich nicht mehr auf die Straße trauen und den Nazis das Feld überlassen.

Es ist noch gar nicht lange her, da versuchten Neonazis schon einmal ein derartiges Gewaltmonopol auf der Straße zu erzeugen. Im Jahr 2011 kam es zu einer Welle rechter Gewalt. Damals wurde, ebenfalls in der Makarenkostraße, eine Gruppe der DGB-Jugend von 10 bewaffneten Nazis gejagt, weil sie Plakate gegen eine geplante NPD-Demonstration aufhängen wollten.[2] Dies war bei weitem kein Einzelfall. Immer wieder kam es zu Gewalttaten und diese reichten von Körperverletzungen und einem Brandanschlag[3] bis zu versuchtem Totschlag[4].

Reaktionen auf die Vorfälle

Katharina Lang äußert sich weiterhin: „So betroffen uns die Vorfälle auch machen, wir sind nicht verwundert, dass Neonazis Gewalt als politisches Mittel wählen. Es ist jedoch ein Skandal, dass über einen Monat lang niemand ein Wort über die Geschehnisse in der Makarenkostraße verloren hat.” Nichts davon ist an die Öffentlichkeit gedrungen, obwohl die Universität bereits zeitnah über die Vorfälle unterrichtet wurde. Diese erhöhte daraufhin stillschweigend den nächtlichen Wachschutz, anstatt die Übergriffe öffentlich zu thematisieren.

Immerhin lud das Rektorat Gestern zu einem „runden Tisch” ein, an dem sich die Unileitung, Univerwaltung, das Studienkolleg, das Akademische Auslandsamt sowie das Studentenwerk, der AStA, die Polizei und betroffene Student_innen beteiligen sollten, mit dem Ziel, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, einen Umgang mit den Vorkommnissen zu finden. Laut Pressesprecherin Lang dürfe dieses Treffen jedoch nur ein erster Schritt sein. „Die Zustände in der Makarenkostraße fordern klare Maßnahmen seitens der Uni zur Verbesserung der Situation internationaler Studierender. Ein Erhöhen des Wachschutzeinsatzes reicht lange nicht aus.”

Deshalb fordern wir die Unileitung dazu auf, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, was in den letzten Wochen in der Makarenkostraße geschehen ist und transparent damit umzugehen, was in Zukunft getan wird, um dem rassistisch geprägten Alltag entgegen zu wirken. Nicht zuletzt um Solidarität mit den Betroffenen auszudrücken und ihnen zu signalisieren, dass es in Greifswald viele Menschen gibt, die rechtsradikale Gewalt unmöglich machen wollen und sie mit ihren Problemen nicht alleine gelassen werden.
Auf Grund der aktuellen Geschehnisse muss sich die Universität Greifswald auch die Frage stellen, wie mit Student_innen wie dem bekannten Neonazi Marcus G.[5] in Zukunft umgegangen wird. Das Statement des Uni-Pressesprechers Jan Meßerschmidt das Sicherheitsgefühl ausländischer Student_innen zukünftig verbessern zu wollen [6], steht in einem deutlichen Widerspruch zu der Tatsache, dass die geistigen Brandstifter solcher Taten in den Hörsälen der Uni studieren.

Antifa Defiant

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[1] http://links-lang.de/presse/12032.php
[2] http://www.taz.de/!69992/
[3] http://blog.17vier.de/2011/04/27/brandanschlag-auf-das-ikuwo/
[4] http://blog.17vier.de/2011/06/25/nach-rechtem-angriff-kundgebung-gegen-nazigewalt-in-greifswald/
[5] https://linksunten.indymedia.org/de/node/49592
[6] http://www.links-lang.de/presse/12040.php

8. Mai – Wir feiern an der Peene

In Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich momentan alles auf den 1. Mai vor. Kurz nach dem die Antifaschistische Offensive Neubrandenburg (AONB) bekannt gegeben hat, dass die Neonazis Michael Grewe und Jens Blasewitz einen Aufmarsch durch die Oststadt angemeldet haben (link), scheinen die Vorbereitungen für das Ziel, die Nazis zu blockieren, in MV auf Hochtouren zu laufen.
Doch mit dem ersten rückt auch der 8. Mai immer näher und was für Neubrandenburg so gut funktioniert, scheint für Demmin nur wenig Anwendung zu finden. Zum fünften Mal in Folge werden Nazis aus NPD und so genannten Freien Kräften versuchen, den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus umzudefinieren, um ein deutschen Opfermythos zu schaffen.

Hauptstadt der Arbeitslosen

Mit dem Auto nur eine dreiviertel Stunde von Greifswald entfernt, liegt die ehemalige Kreisstadt mit ihren ca. 11.500 EinwohnerInnen und den 3 Flüssen Peene, Trebel und Tollense. Wie so üblich in ostdeutschen Kleinstädten verschwand auch hier fast ein Drittel der Bevölkerung nach 1990. Was will man auch machen in einer Stadt, die einem nicht viel bieten kann und so hauen die meisten jungen Menschen ab, sobald sie ihre Schulausbildung abgeschlossen haben.
Im Oktober 2010 titelte Spiegel Online „Demmin in Meck-Pomm – Hauptstadt der Arbeitslosen” (link) und machte damit schon in der Überschrift provokant deutlich auf welcher Seite die kleine Hansestadt steht – nämlich auf der, der vermeintlichen VerliererInnen, denn von einem „Aufschwung” ist wahrlich wenig zu merken in der Stadt. Angesichts dessen wirkt ein großflächiger Schriftzug „Her mit dem schönen Leben!” auf einer grauen Wand nahe des Peeneufers auch vielmehr verzweifelt als kämpferisch und lässt hinter den Zeilen einen tristen Alltag erahnen. Ein Alltag, in dem vor Allem die wenigen Linken, die es in Demmin augenscheinlich auch gibt, nicht viel zu lachen zu haben scheinen.

Wirkungsstadt der Rechten

Auf dem Peenefest im Mai 2008 werden 3 Jugendliche von 8 Neonazis attackiert mit der Begründung, persönlichen Kontakt zu der antifaschistischen Band Feine Sahne Fischfilet zu haben (link). Im 18 km entfernten Tückhude finden über Jahre hinweg Zeltlager der mittlerweile verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) unter der Leitung des Greifswalder Neonazi-Kaders Frank Klawitter statt (link). Im Sommer 2008 eröffnet in der Demminer Innenstadt ein Laden, welcher die rechte Modemarke Thor Steinar verkauft (link). In der Nacht der Jährung der Reichsprogromnacht schänden Neonazis den Jüdischen Friedhof (link). Bei einem Fußballspiel des Demminer SV gegen den FSV Malchin wird ein Spieler mit einer Banane beworfen und rassistisch beschimpft. Immer wieder kommt es zu rechten Sprühereien, es werden neonazistische Sticker geklebt und nicht-rechte Menschen werden bedroht und angegriffen (link).
Zudem machte die Demminer Ausländerbehörde mehrfach Negativschlagzeilen, nachdem sich unter Anderem Flüchtlinge durch offen getragene Waffen der MitarbeiterInnen der Behörde bedroht fühlten (link). Eine erschreckende Realität also, die sich so ähnlich auch in anderen mecklenburg-vorpommerschen Städten wiederfinden lässt.

Demmin: Das Dresden MV´s?

Mit ca. 120 TeilnehmerInnen fand der erste neonazistische Trauermarsch am 6. Mai 2006 in Demmin statt. Seit 2008 konzentriert sich die rechte Szene allerdings auf den 8. Mai als zentrales Datum und findet sich jährlich mit 200 bis 250 KameradInnen in Demmin ein. In gewohnter geschichtsrevisionistischer Manier versuchen die Nazis so den Tag der Befreiung umzudeuten. Dabei spielt Demmin als Wirkungsstädte für ihr Rumgeheule eine ganz besondere Rolle. Mit dem Einrücken der Roten Armee im April/Mai 1945 begingen einige hundert DemminerInnen Selbstmord. Dies nutzen die Nazis, um ein Bild von deutschen Opfern zu propagieren, welches ganz einfach falsch ist und lassen dabei die Geschehnisse und deutschen Verbrechen von vor 1945 völlig außer Acht. Zudem wurden die Opferzahlen in den vergangen Jahren von den Nazis Stück für Stück angehoben.
Was gerne verschwiegen wird ist, dass bereits in der Weimarer Republik Demmin eine Hochburg der nationalistischen und antisemitischen Partei DNVP und deren bewaffneter Arm, des Stahlhelms war. Schon vor 1933 kam es zu Boykotten gegenüber jüdischen Geschäften und zu einigen antisemitischen Kundgebungen. Zu den Reichstagswahlen am 5. März 1933 erreichte die NSDAP dann 53,7 % der Stimmen – alles andere als unschuldige ZivilistInnen also.

Es gibt Hoffnung

Nachdem lange Zeit Widerstand gegenüber den Naziaufmärschen in der Stadt kaum spürbar war und sich von offizieller Seite mit einem Friedensgebet und dem herunterlassen der Rollläden begnügt wurde, regt sich seit 2 Jahren Protest von engagierten AntifaschistInnen in und um Demmin. 2010 gelang es erstmals eine nennenswerte, zumindest akkustische Störung der rechten Veranstaltung zu erzielen. Im November des gleichen Jahres wählte die Band Feine Sahne Fischfilet die Stadt an der Peene für ihre Veröffentlichung des zweiten Albums und organisierte einen antifaschistischen Aktionstag über den, zumindest für einen Tag die rechte Hegemonie in der Region angekratzt werden konnte. Was, angesichts der alltäglichen Situation vor Ort, wie ein Tropfen auf einen heißen Stein wirkt, wurde allerdings genutzt, um sich zu vernetzen und auch die Planungen für das nächste Jahr in Gang zu bringen.
2011 organisierte das Bündnis Demmin ist Bunt ein Fest auf der gegenüberliegenden Peeneseite in Hör- und Sichtweite der Kranzniederlegung und Kundgebung der Nazis. So konnte erneut die Trauergemeinde gestört und aus dem Konzept gebracht werden.
In diesem Jahr hat das Bündnis gemeinsam mit der Hansestadt im gesamten Stadtgebiet für den 8. Mai Aktionen angemeldet. Schon seit einiger Zeit initiiert man mit Kulturveranstaltungen eine geschichtliche Aufarbeitung, um den Nazis inhaltlich etwas entgegenzusetzen.
Mittlerweile ist aber auch klar: Die Nazis werden auch am 8. Mai 2012 wieder durch die Stadt marschieren. Ob das Ziel des Demminer Bündnisses, den Naziaufmarsch zu verhindern, realistisch ist, bleibt abzuwarten. Was aber mit Sicherheit gesagt werden kann: In Demmin tut sich was!

Wir hoffen, dass sich am 8. Mai viele Menschen auf den Weg nach Demmin machen und das dortige Bündnis in ihrem Engagement gegen den Naziaufmarsch unterstützen.

Weitere Infos hier: Demmin Nazifrei und hier: Interview mit einem Aktivisten des Bündnisses 8. Mai

Klassenfahrt ins Graue

Mit dem Bus gemeinsam in die Neubrandenburger Oststadt

Die angekündigte Unterstützung seitens Greifswald Nazifrei bezüglich der Proteste in Neubrandenburg nimmt konkrete Formen an. Heute gab das Bündnis das Vorhaben bekannt, mit Bussen die gemeinsame Reise in die Vier-Tore-Stadt anzutreten. Der Preis für ein Ticket soll dabei nur faire 2 Euro betragen. Genauere Informationen wird es auf der morgigen Veranstaltung um 20.00 Uhr im IKuWo (Goethestraße 1) geben, auf der auch der Kartenvorverkauf für die Buskarten starten wird. Wir hoffen, dass sich möglichst viele GreifswalderInnen der Reisegruppe anschließen und am 1. Mai gegen Nazis protestieren.

We will support you

Greifswald fährt nach NB!

Nachdem am 6. April bekannt wurde, dass die NPD mit Michael Grewe und dem Kreistagsabgeordneten Jens Blasewitz eine Demo zum 1. Mai in der Neubrandenburger Oststadt angemeldet hat, regt sich in der Vier-Tore-Stadt und darüber hinaus reger Widerstand. So hat auch schon das Bündnis Greifswald Nazifrei den NeubrandenburgerInnen Unterstützung zugesichert und mobilisiert in der Hansestadt, sich den Protesten in Neubrandenburg anzuschließen. “Lasst sie nicht vergessen, dass bereits in anderen Städten Tausende Menschen auf die Straßen gegangen sind, um sich ihnen entgegenzuSETZEN!” heißt es auf dem Blog von Greifswald Nazifrei.

Auch wir als antifaschistische Gruppe schließen uns den Forderungen an und zeigen uns solidarisch mit denen, die es nicht hinnehmen werden, die Nazis am 1. Mai ungestört marschieren zu lassen.

Der 1. Mai ist unser Tag!
Kein Frieden mit Nazis!

Diesen Donnerstag wird es im IKuWo um 20.00 Uhr im Rahmen des Antifa-Tresens eine Info-Veranstaltung zu den geplanten Protesten in NB geben. Dazu seid ihr herzlich eingeladen.

Neubrandenburg Nazifrei
Greifswald Nazifrei
Antifaschistische Offensive Neubrandenburg

1. Mai: Alle nach NB

Neubrandenburg am ersten Mai

Nachdem es in den vergangenen Wochen bereits rumorte, ob nach den erfolgreichen Blockaden zum 1. Mai in Greifswald im vergangenen Jahr, 2012 wieder die Hansestadt das Ziel der NPD-Demoreisegruppe werden würde, liegt nun eine Anmeldung für 11 Uhr in der Neubrandenburger Oststadt vor.

Als Anmelder fungieren, wenig überraschend, wieder der verurteilte Nazi-Schläger Michael Grewe und der Neubrandenburger Stadtvertreter und Kreistagsabgeordnete Jens Blasewitz. Erwartet werden 300 Neonazis. Unter dem Motto „Leben und arbeiten in der Heimat“ sollen mit dem Märchen vom Volkstod sentimentale Gefühle der Bevölkerung geweckt werden. Der Bevölkerungsschwund in der Region und die hohe Arbeitslosigkeit dienen dabei als Aufhänger.

Nach 2005, 2007 und dem gescheiterten Versuch 2009 steht der Stadt am Tollensesee also wieder ein heißer Erster Mai bevor.

Warum?

Die Neubrandenburger Naziszene galt im Vergleich zum äußerst aktiven und gewaltbereiten Umland, lange als schlecht organisiert und erfolglos. Dass dieses Bild hinterfragt werden muss und wohl eher dem Wunschdenken vieler Engagierter entspricht, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Szene in den Jahren seit der letzten Demonstration.

Denn gemeinsam mit Nazis aus Friedland, Burg Stargard und Neustrelitz, stellen auch Neubrandenburger_innen vermehrt Infrastruktur für Nazi-Kundgebungen in der Region zur Verfügung. Sie treten als Ordner auf, halten Transparente und Reden und machen eine nicht zuvernachlässigende Teilnehmerzahl bei Nazi-Aufmärschen in der Region aus. Dabei fallen nicht nur kommunale NPD-Parlamentarier wie die Kreistagsmitglieder Jens Blasewitz (Neubrandenburg), Norman Runge (Burg Stargard) oder Hannes Welchar (Friedland) ins Auge, sondern auch immer mehr bis dato unorganisierte Neubrandenburger Neonazis.

Diese begeben sich vermehrt in Strukturen wie der punktuell auftauchenden „Kameradschaft Neubrandenburg“, oder treten als Helfer der NPD, bei Verteilungsaktionen, Schmierereien und bei so genannten Anti-Antifa-Aktivitäten in Erscheinung. Konzerte im Raum Friedland und Pasewalk sind auch für Neubrandenburger Neonazis ein Anzugspunkt und wichtiger Ort für Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

Der letzte Naziaufmarsch in der Vier-Tore-Stadt liegt nunmehr fast vier Jahre zurück. Deshalb verwundert es nicht, dass Neubrandenburg wieder als Aufmarschgebiet an Relevanz gewinnt. Der bezahlte Wanderzirkus der NPD hat hier kein Gastspiel mehr, sondern trifft vor Ort auf eine immer selbstbewusster agierende Naziszene, die er nun auch öffentlich zu unterstützen versucht.

Die Oststadt ist zudem als größtes Neubrandenburger Wohngebiet ein attraktiver Aufmarschort. Ein Viertel der NPD-Wähler_innen in der Vier-Tore-Stadt ist hier zu Hause. Das Viertel hat seit 1990 fast 10.000 Einwohner_innen verloren und eine Arbeitslosenquote von fast 15 Prozent und bietet somit aus Sicht der NPD idealen Nährboden für ihre Kümmererideologie.

Aber

Allgemein birgt der Erste Mai in M-V großes Frustrationspotenzial für die rechte Szene. Ob in Rostock 2010 oder auch Greifswald 2011, die Erfahrungen haben gezeigt, dass ein von breiten Teilen der Gesellschaft getragenes Bündnis in der Lage ist, wirksamen Protest in Form von Blockaden zu organisieren.

Auch der letzte Versuch der NPD, am Ersten Mai 2009 in Neubrandenburg aufzulaufen, endete für die Partei in einem heillosen Durcheinander. In der Nähe des Aufmarschortes hinter dem Bahnhof fand sich ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und antifaschistischen Gruppen zum Protest, der die Nazis offensichtlich veranlasste die Demo schon am Vorabend abzublasen. Das Häufchen von 100 Neonazis, die „spontan“ in Greifswald Ersatzbefriedigung suchen wollten, lief nach wenigen Hundert Metern auf freiem Feld in die Arme der Staatsgewalt.

Auch die letzte Demo in der Neubrandenburger Oststadt, im Jahr 2002, endete für die Nazis in einem Desaster. Nachdem sie mehrere Stunden in einer Blockade festsaßen, mussten sie in kurzfristig organisierten Bussen aus dem Viertel gekarrt werden.

Wir beobachten die zunehmenden Aktivitäten von Neonazis in unserer Stadt mit Sorge. Breiter, offensiver Widerstand ist längst überfällig und darum regt sich jetzt Protest. Wir wollen nicht zusehen oder unser eigenes Dasein abfeiern, wenn Nazis in unserem Viertel marschieren. Deshalb: Raus zum Ersten Mai 2012 in Neubrandenburg!

Achtet auf weitere Ankündigungen…

(Quelle: AONB)

We want you for Antifa

Antifa-Jugendtage in Hamburg

Über ein ganzes Wochenende im April wird es für Jugendliche die Möglichkeit geben, sich mit politischen Themen inhaltlich auseinanderzusetzen und so einen ersten Einblick in „politische Arbeit“ zu bekommen. Kapitalismuskritik, Antisexismus und der Umgang mit Unterdrückungsverhältnissen werden in den zahlreichen Workshops ebenso eine Rolle spielen wie der Kampf gegen Nazis. Durch das breitgefächerte Angebot soll möglichst umfassend das Konzept Antifa skizziert und den jungen Interessierten näher gebracht werden. Für weitere Informationen gibt es antifajugendtage.blogsport.eu

Hast du auch Lust?

Falls du aus Greifswald oder Umgebung kommst und gerne an den Antifa-Jugendtagen teilnehmen möchtest, dann setz dich einfach mit uns in Verbindung. Du kannst uns persönlich ansprechen oder einfach eine E-Mail an defiant@systemausfall.org schicken, bzw. das Kontaktformular nutzen.

Wann? Am 13. bis 15. April 2012!
Wo? In Hamburg!

Nazis und Polizei Hand in Hand

Ein Bericht der Roten Hilfe Greifswald

Im letz­ten hal­ben Jahr kam es zu zahl­rei­chen An­zei­gen aus der Neo­na­zi-Sze­ne, ins­be­son­de­re durch den stadt­be­kann­ten Neo­na­zi-Ka­der Mar­cus G. Diese rich­te­ten sich vor allem gegen ver­meint­lich links­po­li­tisch ak­ti­ve Men­schen. Ziel der An­zei­gen ist es of­fen­sicht­lich an Namen und Adres­sen der be­trof­fe­nen Per­so­nen zu ge­lan­gen, sie ein­zu­schüch­tern und Ma­te­ri­al gegen den po­li­ti­schen Geg­ner zu sam­meln. Die of­fen­sicht­li­che Will­kür­lich­keit der An­zei­gen hält die Po­li­zei nicht davon ab, die be­trof­fe­nen Per­so­nen durch Haus­be­su­che unter Druck zu set­zen und ver­folgt die An­zei­gen wei­ter, ob­wohl Tat­zeit­punk­te und -orte sich schon mehr­fach als von Mar­cus G. frei er­fun­den her­aus­stell­ten.

Das Vor­ge­hen der Neo­na­zis scheint Me­tho­de zu haben, da der ehe­ma­li­ge Ju­ra-Stu­dent Mar­cus G. sich Un­ter­stüt­zung beim Ros­to­cker An­walt Tho­mas P. ge­sucht hat. Das hin­zu­zie­hen eines Rechts­bei­stan­des kos­tet neben zeit auch Geld. Tho­mas P. fiel bis­her durch die Ver­tei­di­gung von Neo­na­zis und Hells-An­gels auf. Wei­ter war er Mit­glied der mitt­ler­wei­le ver­bo­te­nen neo­na­zis­ti­schen FAP.

Bei mehr als einem Dut­zend An­zei­gen sind die Kos­ten für einen Stu­die­ren­den nicht un­be­acht­lich. Wir als Orts­grup­pe Greifs­wald der Roten Hilfe gehen davon aus, dass der Neo­na­zi-Ka­der Mar­cus G. nur als ver­meint­lich ge­schä­dig­te Per­son auf­tritt, um In­for­ma­tio­nen für die Neo­na­zi-Sze­ne zu sam­meln.

Ent­we­der durch­schaut die Po­li­zei das Han­deln der Neo­na­zis nicht oder sie nutzt die „Gunst der Stun­de“ um ver­meint­lich oder tat­säch­lich linke Men­schen zu drang­sa­lie­ren.

Wir, die Rote Hilfe Greifs­wald, for­dern die Po­li­zei auf nicht mehr aktiv am Trei­ben der Neo­na­zis mit­zu­wir­ken und die Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che durch Haus­be­su­che ein­zu­stel­len. Be­trof­fe­ne Per­so­nen brau­chen nicht zu Vor­la­dun­gen der Po­li­zei er­schei­nen, soll­ten sich aber bei uns, der Roten Hilfe mel­den, damit wir be­ra­tend zur Seite ste­hen kön­nen und den Über­blick be­hal­ten.

(Quelle: Rote Hilfe Greifswald)

Riot in my Heart

Vorverkauf auch in Greifswald

Am 11. und 12. Mai 2012 findet in Rostock das Riot in my Heart statt. Auf einer Indoor-, sowie einer Outdoor-Bühne werden folgende Bands spielen:
Los Fastidios, Stage Bottles, Früchte des Zorns, Kaput Krauts, Schlagzeiln, Johnny Mauser & Captain Gips feat. Marie Curry, YOK, Cervelli Stanki, Kurzer Prozess, Hysterese und Total Panic Reaction.

Am Donnerstag gibt es die Möglichkeit während der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu M31 im IKuWo Karten für das Festival zu kaufen (Freitag: 8 Euro / Samstag: 15 Euro / Festivalticket: 20 Euro). Wer das Riot in my Heart also nicht verpassen will, sollte sich ranhalten, da das Kartenkontingent nur noch sehr begrenzt ist.

Riot in my Heart (Blog|Facebook)

European day of action against capitalism (M31)

Vortrag und Diskussion zur kapitalistischen Krise in der Eurozone

22.März // IKuWo // 20 Uhr // Ab 19 Uhr „Küche für alle”

Am 22.März wird die Gruppe „Andere Zustände ermöglichen” einen Vortrag mit anschließender Diskussion zur kapitalistischen Krise in der Eurozone halten. Die Veransaltung mobilisiert für die bundesweite antikapitalistische Demonstration am 31.März in Frankfurt am Main, zu der ein breites Bündnis aus Basisgewerkschaften und diversen linken Gruppen aufruft.
Die Demonstration reiht sich ein in den „European day of action against capitalism”. An diesem 31.März wird es in vielen europäischen Ländern Aktionen und Demonstrationen geben, welche die sozialen Proteste gegen die „Eurokrise” internationalisieren und ein grenzenloses Zeichen der Solidarität setzen sollen. Der anschließende Text der Gruppe „Andere Zustände ermöglichen”, welche in den Protesten „Wir zahlen nicht für eure Krise!” und in Kämpfen gegen die Gentrifizierung in Berlin aktiv ist, gibt einen Überblick über die inhaltlichen Schwerpunkte des Vortrages:

Am 31. März wird der „European day of action against capitalism” ein Zeichen antikapitalistischer Solidarität setzen – gegen das Krisenregime! In verschiedenen Städten Europas wird es Proteste geben. In Deutschland wird nach Frankfurt am Main, Sitz der EZB (Europäische Zentralbank) und eines der Zentren der Krisenbearbeitung, mobilisiert. Wir informieren über die geplante Aktion und Demo in Frankfurt und geben einen Überblick über Verlauf und Gründe der Krise im Euroraum.
Für die Analyse der Eurokrise ist es wichtig, die Gründe der Wiederkehr von Krisen im Kapitalismus zu untersuchen. Die Kapitalakkumulation stößt immer wieder an die Grenze der Verwertung. So stehen zum Einen vielfältige Interessen der Menschen der Akkumulation gegenüber, zum Anderen untergräbt die kapitalistische Organisierung fortwährend ihre eigenen Existenzbedingungen. Der Staat verfolgt zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene ökonomische Politiken, welche dieses Problem zu lösen versuchen im aktuellen Fall mit großen Schwierigkeiten.
Anschließend folgt eine Darstellung der Eurokrise und die Erläuterung der wichtigsten Instrumente. Die Rolle der Europäischen Zentralbank, „Rettungsschirme”, Staatsanleihen und die spezifische Konstitution der europäischen Währungsunion werden erläutert. Dabei liegt in der Analyse ein größerer Fokus auf Griechenland. Denn dort hat die Krise den bisher schwersten Verlauf genommen und wird von massiven Protesten begleitet. Zuletzt wird über den europäischen Aktionstag am 31. März und die dann stattfindende Demonstration in Frankfurt informiert. Der 31. März wird der Auftakt zu weiteren Protesten zur Eurokrise sein. Schließlich werden noch die politischen Perspektiven für Aktivist_innen gegenüber dem Kapitalismus in Zeiten der herrschenden Sparpolitik beleuchtet.

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